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Glücksspiel-Hotspot Primorje wird zum russischen Las Vegas

Glücksspiel ist in der Russischen Föderation eigentlich verboten, aber nicht überall: In bestimmten Sonderverwaltungszonen gelten Ausnahmen. Eine dieser Ausnahmen ist die Region Primorje. Das Verwaltungsgebiet im äußersten Südosten Russlands soll in den nächsten Jahren Touristen aus aller Welt anziehen und als Glücksspiel-Hotspot auch jedem Online Casino Europa Konkurrenz machen.

„Primorje“ heißt übersetzt „am Meer gelegen“ und bezieht sich auf die Lage der Region am Japanischen Meer. Im Russischen Bürgerkrieg wurde die Region als letzter Teil Russlands von den Bolschewiki eingenommen und auch heute noch liegt vielen Einwohnern der Gedanke an Moskau ferner als an die angrenzenden chinesischen Nachbarn – kein Wunder, liegen doch zwischen der Hauptstadt und Primorje gute 9.000 Kilometer Land.

Die Regierung Russlands hatte eigentlich schon 2009 die Entscheidung getroffen, in Primorje eine Glücksspielzone einzurichten. Nach dem ursprünglichen Plan hätte das erste Casino dort im November 2011 eröffnet werden sollen. Aber die Bauarbeiten wurden nicht rechtzeitig abgeschlossen. Die erste Einrichtung in der Spielzone – das Casino Tigre de Cristal – öffnete dann im Oktober 2015 seine Türen. Seitdem lockte das Tigre de Cristal mit Roulette, Slots und Spielautomaten an die 1,5 Millionen Besucher und brachte pro Jahr gut eine halbe Milliarde Rubel ein.

11 Casinos bis 2023

Nun soll bis Herbst diesen Jahres das zweite Casino fertiggestellt werden: das 900-Millionen-Dollar-Resort „Diamond Future“. Wie der CEO der dahinterstehenden Holding-Gesellschaft mitteilte, solle der Betrieb spätestens im September aufgenommen werden. Auch der kambodschanische Kasinobetreiber NagaCorp baut derzeit an seinem „Naga Vladivostok Resort“. (Wladiwostok ist die nächste größere Stadt und außerdem Verwaltungszentrum von Primorje sowie des Föderationskreises Ferner Osten.)

Hoffnungen auf weitere Investitionen bekamen Auftrieb, nachdem das russische Kulturministerium und die Föderale Agentur für Tourismus ankündigten, dass die Spielzone von Primorje in den „Östlichen Ring Russlands“ aufgenommen wird – eine interregionale Touristenroute, die ausländischen Reisenden die Attraktionen an Russlands Ostküste nahebringt. Und tatsächlich sollen bis 2023 insgesamt zehn weitere Casinos eröffnen, wie der amtierende Vizegouverneur der Region, Konstantin Schestakow, mitteilte.

Insgesamt wurden in die Region schon 78.5 Milliarden Rubel (1,2 Milliarden Dollar) investiert, wie verschiedene Portale berichten. Nicht nur Russland selbst beteiligte sich daran, sondern auch Investoren aus Hong Kong und China, Kambodscha und Südkorea.

Vor allem japanische Touristen sollen kommen

Derzeit werden alle Arbeiten auf der Baustelle von der Primorsky Krai Development Corporation GAG überwacht. In einer Erklärung versicherte Schestakow, dass die Bauarbeiten im Zeitplan liegen und dass man davon ausgeht, dass alle elf Standorte innerhalb der angekündigten Frist voll betriebsbereit sein werden.

Primorje soll als Glücksspiel-Attraktion zum Touristenmagneten werden. Vor allem auf Besucher aus Japan zielt man ab und arbeitet dafür mit japanischen Reisebüros und Tourismus-Promotern zusammen. Die anderen Regionen, in denen Glücksspiel erlaubt ist, sind Altai, Krasnodar und Kaliningrad. Auch die Krim war zeitweise als Casino-Hotspot angedacht, erfuhr aber – anders als Primorje – nicht ausreichend Unterstützung auf Seiten der Investoren.

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Titelbild: Foto: Kay / Unsplash

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