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Wie Russland bei der Digitalisierung aufholen will

Was das Thema Digitalisierung angeht, liegt die russische Wirtschaft laut Einschätzungen rund fünf Jahre hinter Ländern wie Deutschland oder den USA zurück. Auf dem Forum „Open Innovation“ nahe Moskau hat man sich über die Situation beraten.

Zum Auftakt des Forums „Open Innovation“ bei Moskau haben russische Unternehmer einige Kritik über sich ergehen lassen müssen. Denn Oskar Hartmann, der Gründer des Mode-Portals KupiVIP.ru, bemängelte fehlenden Unternehmergeist in der russischen Wirtschaft. „Wenn Sie sich nicht den Herausforderungen der Digitalisierung stellen, werden Sie transformiert“, erklärte der Geschäftsmann während eines Vortrags am Montag.

Den russischen Unternehmen laufe die Zeit davon: Wer sich einer Verbesserung seines Angebots mithilfe von IT-Plattformen verweigere, der navigiere sich ins Verderben. Nach eigenen Erfahrungen in Deutschland und auch bei BMW in Malaysia sei ihm in Russland schließlich klar geworden, dass sich das Land in Sachen Digitalisierung „fünf Jahre hintendran“ befinde. So habe er sich plötzlich auf dem selben Niveau wiedergefunden wie noch bei seiner ersten Station.

Energieministerium kündigt Digitalisierungsplan an

Laut der Einschätzung von Petr Lukjanow, einem Partner bei Phystech Ventures in Moskau, haben sich zwischen 70 und 100 Risikokapitalfirmen in Russland gebildet, um bei dem Problem Abhilfe zu schaffen und unternehmerische Aktivität im Internet zu unterstützen. Insbesondere was Geschäftsmodelle mit Blockchain-Organisation und Kryptowährungen betreffe, gebe es Potenzial für künftige Startups, schreibt Heise Online.

Das Hauptaugenmerk liege jedoch auf der Zukunft des für Russland so wichtigen Öl- und Gassektors. Ein Sprecher des russischen Energieministeriums versprach auf dem Forum „Open Innovation“ versprach, dass inzwischen ein Digitalisierungsplan für die nächsten 20 Jahre vorliege, der die gesamte Bandbreite der Energieproduktion umfasse.

Hier wolle man sich mithilfe von IT-Konzepten zum weltweit führenden Markt für Innovationen entwickeln. Wjatscheslaw Sinjugin, Generaldirektor des staatlichen Zentrums für Projektfinanzierung, warnte vor einer möglichen „Uberisierung“ des Energiesektors, auf die man mit der Förderung von Blockchain-Projekten reagieren könne.

Allen Projekten und Visionen zum Trotz bestätigte ein Vertreter des IT-Unternehmens IBS jedoch indirekt die Kritik Oskar Hartmanns. Die größeren Konzerne ließen sich nach wie vor viel Zeit mit der Digitalisierung. Als einen Hauptfaktor nannte er den fehlenden Wettbewerbsdruck auf dem russischen Markt.

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