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Was Sie über Russlands VPN-Gesetz wissen müssen

Am 30. Juli hat Präsident Putin ein Gesetz zu den VPN-Netzwerken unterschrieben. Verboten, wie einige Quellen behaupten, hat er diese nicht. RBTH beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema.

Von Wiktorija Sawjalowa, Russia Beyond


Die Technologie der Virtuellen Privaten Netzwerke (VPN) hilft einerseits dabei, geblockte Websites aufzurufen, illegale und zensierte Webauftritte eingeschlossen.

Andererseits schützt die Technologie Nutzer vor Identifizierung – sowohl zuhause als auch in der Öffentlichkeit. Auch können Internethändler bei der Nutzung von VPNs keine auf dem Aufenthaltsort des Nutzers basierten Preisaufschläge verstecken. Daten werden durch VPNs besser vor Hackerangriffen geschützt.

Ist digitale Piraterie ein Problem in Russland?

Russlands Gesetze in der digitalen Sphäre werden sichtlich strikter. Im vergangenen Jahr verabschiedete die Regierung ein Gesetz, das Internetanbieter verpflichtet, die von Nutzern aufgerufenen Websites mindestens ein Jahr lang zu speichern. Für Nutzer, denen ihre digitale Privatsphäre am Herzen liegt, stellen VPNs eine ideale Lösung dar.

Was besagt das neue Gesetz wirklich?

Das neue Gesetz verbiete VPNs nicht, sagt Karen Kasarjan, Chefanalyst beim Russischen Verband für Elektronische Kommunikation und einer der führenden Experten Russlands auf dem Gebiet. Schon aus technischen Gründen sei ein solches Verbot gar nicht möglich, führt Kasarjan aus.

„Laut dem neuen Gesetz können die Behörden VPN-Betreiber dazu verpflichten, bestimmte Websites zu blocken“, erläutert der Experte. „Wenn man jedoch die Struktur des russischen Internets näher betrachtet, ist es so gut wie unmöglich, sie tatsächlich dazu zu zwingen.“ VPN-Lösungen für Unternehmen seien zudem vom Gesetz ausgenommen.

Ist es überhaupt möglich, VPNs komplett zu verbieten?

Tatsächlich kann niemand Technologien vollständig verbieten: Chinas Regierung kämpft seit vielen Jahren um die Kontrolle über VPNs, um so den Zugang zu Facebook und anderen „schädlichen“ Websites aus dem Westen zu beschränken.

Die Chinesen schafften es, einige auf VPN basierende Apps aus dem Apple-AppStore entfernen zu lassen. Das Unternehmen folgte dem Wunsch, um nicht mit den Gesetzen des Landes in Konflikt zu geraten. Ein voller Erfolg war das dennoch nicht.

Der Kampf zwischen Chinas Behörden und der Technologie geht also weiter. Momentan müssen alle Anbieter von VPN-Lösungen eine Lizenz der Regierung vorweisen. Große Unternehmen erhalten diese, während kleine Firmen ihre Büros, sobald Ärger in der Luft liegt, schließen, um sie andernorts gleich wiederzueröffnen.

VPNs, die Sie in Russland nutzen können

Wenn Sie in Russland unterwegs sind und Befürchtungen haben, dass Sie der Kreml beobachtet, gibt es viele VPNs, die Sie nutzen können. Dazu gehören IPVanish, Buttered, NordVPN und andere.

Diese arbeiten zuverlässig und werden in unmittelbarer Zukunft sicher nicht verboten. Die ExpressVPN, beispielsweise, hat Server in 94 Ländern und speichert den Verlauf nicht, was bedeutet, dass Ihre Online-Aktivitäten von Dritten nicht verfolgt werden können. ExpressVPN gibt auch keine Informationen an staatliche Behörden weiter.


Dieser Beitrag ist zuerst bei Russia Beyond erschienen.

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