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Russland: Möglicher Durchbruch in Sachen Corona-Impfung

Auch Russische Forscher suchen fieberhaft nach einem Impfstoff gegen das Virus. Eine erste Testphase macht nun Hoffnung.

Die gesamte Welt muss derzeit mit einer selten dagewesenen Ausnahmesituation zurechtkommen. Die durch den Coronavirus COVID-19 ausgelöste Pandemie zwingt Menschen sich anzupassen, neue Wege in Sachen Effizienz zu finden und sich dabei möglichst gut auf weitere Wellen einzustellen. Ein wesentlicher Durchbruch in Russland kann diese Vorhaben möglicherweise vereinfachen – die weltweite Normalität, wie sie vor kurzem noch vorhanden war, scheint zum Greifen nahe.

Erschwerte Bedingungen in Russland und dem Rest der Welt

Weltweit beläuft sich die Anzahl an infizierten Personen auf weit über 10 Millionen. Mit über 700.000 Erkrankten gehört Russland zu jenen Ländern mit den meisten bestätigten Fällen. Die besonders hohe Ansteckungsrate des Virus ist dafür wesentlich mitverantwortlich – Katrine Rubæk von sundtnutrition liefert jedoch einen Einblick, dass auch menschliche Faktoren wesentlich beteiligt sein könnten: “Der Körper ist auf ein gesundes Immunsystem angewiesen. Wenn das Immunsystem stark ist, kann es vor Krankheitserregern schützen und die körpereigene Bakterienflora kontrollieren. Allerdings ist das Immunsystem vieler Menschen heutzutage geschwächt. Das kommt meist von einer unausgewogenen Ernährung und zu wenig Bewegung”, schildert die Beraterin für Nahrungsergänzungsmittel.

Speziell im letzteren Fall waren Russen und Bewohnern anderer Länder größtenteils jedoch die Hände gebunden. Ausgangssperren und diesbezüglich strenge Auflagen sahen viele Menschen gezwungen, in den eigenen vier Wänden zu verharren. Erst kürzlich begannen viele Länder aufgrund sichtbarer Stabilisierungen Lockerungen einzuführen. Für russische Bürger sind zusätzliche Freiheiten seit Anfang Juni möglich.

Erfreuliche Meldungen aus dem Verteidigungsministerium

Aufgrund aktueller Entwicklungen hierzulande werden solche Sonderregelungen möglicherweise bald obsolet werden. Meldungen des russischen Staatsfernsehens zufolge hatten Mitte Juli  “die Tests des vaterländischen Impfstoffs eine neue Stufe erreicht”. Die Angaben des heimischen Verteidigungsministeriums lassen darauf schließen, dass die Verfügbarkeit eines COVID-19-Impfstoffes kurz bevorstehe.

Eine erste klinische Testperiode sei mit erfreulichen Ergebnissen verlaufen. Bei keinem der freiwilligen Teilnehmer des russischen Militärs der Studie seien Nebenwirkungen oder andere gesundheitliche Beschwerden festzustellen. Die Ergebnisse machen Vertreter des Ministeriums zuversichtlich, dass der entwickelte Impfstoff ein hohes Maß an Sicherheit und Verträglichkeit aufweist. Die Ärztin Swetlana Woltschikhina, die an der Testung beteiligt war, ist außerdem über die Immunisierung der Testpersonen überzeugt – die Antikörper sollen bereits Wirkung zeigen.

Ergebnisse werden mit Spannung erwartet

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO müssen Impfstoffe jedoch drei klinische Phasen überstehen, um eine Erlaubnis zur Produktion zu erhalten. Nach dem ersten erfolgreichen Test Mitte Juni stehen nun bereits Termine für die Entlassung nach der Untersuchungsphase fest.

Zusätzlich zur Testung mit Militärpersonal am 18. Juni fand eine weitere Untersuchung fünf Tage später statt. Die Beendigung der Überwachung der Testpersonen war am 15. Juli erfolgt. Die zweite Kontrollgruppe wird fünf Tage später entlassen. Laut Alexander Lukashev, Chef der Abteilung für medizinische Parasitologie ist die Sicherheit des Impfstoffes ebenfalls bewiesen.

Die Massenproduktion ist noch für dieses Jahr geplant

Ein Report aus dem Landesinneren bestätigt, dass unter Voraussetzung positiver Ergebnisse eine Produktion des Impfstoffes bereits nächsten Monat erfolgen soll. Die Zirkulation innerhalb der Gesellschaft soll laut Lukashev zwischen dem 12. und 14. August erstmalig stattgefunden haben. Unmittelbar danach soll auch grünes Licht für die Massenproduktion des Impfstoffes gegeben werden. Bereits im September ist die Substanz weltweit erhältlich, versichert auch Vize-Premierministerin Tatjana Golikova. Zu diesem Zweck möchte auch Moskaus Stadtpräsident Sergej Sobjanin eine breite Kampagne im Zeichen des Impfstoffes in die Wege leiten.

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Titelbild: Alexandra Koch / Pixabay.com

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