Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Thorsten GutmannVon

Russische Zentralbank senkt Leitzins auf 7,5 Prozent

Die russische Zentralbank hat am Freitag, den 9. Februar 2018, eine Leitzinssenkung um 0,25 Prozentpunkte beschlossen. Die Reduzierung ist zuvor von Zentralbank-Leiterin Elwira Nabiullina angekündigt worden. Allerdings fällt sie geringer aus als erwartet. Die Chefin sprach noch in der vergangenen Woche von „einem halben Prozentpunkt oder sogar mehr“.

Die Zentralbank hat abermals eine Senkung des Leitzinses beschlossen. In einer Pressemitteilung erklärt Russlands Währungshüterin die Gründe für ihre Maßnahme:

„On 9 February 2018, the Bank of Russia Board of Directors decided to cut the key rate by 25 bp to 7.50% per annum. Annual inflation remains sustainably low. Inflation expectations are diminishing progressively. Short-term pro-inflationary risks have abated.

Therefore the balance of inflationary and economic risks has shifted slightly towards the risks to economic growth. The uncertainty over the situation in global financial markets has increased. This year annual inflation is much less likely to exceed 4%. In this environment the Bank of Russia will continue to reduce the key rate and may complete the transition from moderately tight to neutral monetary policy in 2018.“

Russlands Zentralbank ging 2016 dazu über, den Leitzins schrittweise zu reduzieren. Innerhalb von weniger als zwei Jahren ist der Wert um 3,5% von 11% auf 7,5% gesunken. Im November stellte Nabiullina eine weitere Reduzierung in Aussicht: 2018 oder 2019 könnte der Leitzins auf sieben oder sogar sechs Prozent fallen. Wie aus der aktuellen Meldung hervorgeht, rechnet die Zentralbank weiterhin mit Senkungen. Zudem will sie ihre strikte Geldpolitik aufweichen.

Darüber hinaus rechnet die Währungshüterin im 1. Quartal 2018 mit einem Rückgang der Konsumentenpreise. Die Inflation sei weiterhin sehr niedrig. Im Januar 2018 lag sie bei 2,2%. Der Wachstum der russischen Wirtschaft wurde im letzten Quartal 2017 ausgebremst. Jedoch habe es für diesen Rückgang temporäre Gründe gegeben. Zum Jahresanfang sei die Industrieproduktion, die im November und Dezember schwache Ergebnisse erzielte, wieder im Aufschwung.

Titelbild

Quelle: Ludvig14, Moscow RussiaCentralBank M00, Size changed to 1040x585px., CC BY-SA 4.0 

Thorsten Gutmann
Über den Autor

Thorsten Gutmann war von September 2016 bis Dezember 2018 Chefredakteur der unabhängigen Nachrichtenseite Ostexperte.de in Moskau. Derzeit arbeitet er als Nachrichtenchef bei der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK). Bevor er zu Ostexperte.de kam, war er u. a. für die Moskauer Deutsche Zeitung und die Berliner Zeitung tätig. Im Jahr 2017 gründete er die RUSummit – Fachkonferenz zur Digitalwirtschaft in Russland mit dem Ziel, den deutsch-russischen Wirtschaftsdialog zu fördern.