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Den Problemen zum Trotz: Deutsche Unternehmen investieren in Russland

Trotz der Corona-Krise und dem tiefen Einbruch des russischen Bruttoinlandsprodukts investieren deutsche Unternehmen stark in Russland. Dies geht aus der aktuellen Geschäftsklima-Umfrage der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) hervor. Demnach wollen die Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten 1,8 Milliarden Euro in den Ausbau ihres Geschäfts in Russland stecken.

„Trotz zahlreicher Probleme wie Sanktionen, Überbürokratisierung, Korruption und lahmender Konjunktur ist Russland eine Art Hidden Champion für deutsche Investitionen“, erklärte der AHK-Vorstandsvorsitzende Matthias Schepp. „Unsere Firmen verdienen im größten Flächenstaat der Erde nach wie vor gutes Geld, sehen Zukunftschancen und im Vergleich zu anderen Weltregionen eine hohe Stabilität und Berechenbarkeit.“ Laut Umfrage wollen 30 Prozent der mehr als 900 AHK-Mitgliedsunternehmen mehr in Russland investieren. Die Deutsche Bundesbank hat für das erste Quartal 1,8 Milliarden Euro deutscher Netto-Direktinvestitionen in Russland gemessen. „Es gibt bedeutende deutsche Firmen, die gerade dabei sind, den Bau neuer Werke in Russland auf den Weg zu bringen“, sagt AHK-Chef Schepp.

Angesichts drohender neuer amerikanischer Sanktionen gegen die Ostseepipeline Nord Stream 2 sprechen sich 59 Prozent der Firmen für Gegenmaßnahmen und Gegensanktionen der Europäischen Union aus. Die AHK hat in einem Positionspapier den wirtschaftlichen Nutzen der Pipeline dargelegt. Schätzungen zufolge könnte die Pipeline die Energiepreise in Europa um bis zu 16 Prozent senken. „Die Pipeline ist ein europäisches Investitionsprojekt, das die Energiesicherheit des Kontinents erhöht“, so Rainer Seele, Präsident der AHK. „Die europäische Souveränität muss gewahrt werden.“ 95 Prozent der deutschen Firmen fordern außerdem eine schrittweise oder sofortige Aufhebung der europäischen Russland-Sanktionen.

Die größten Chancen für eine weitere Vertiefung der deutsch-russischen Zusammenarbeit sehen die Umfrageteilnehmer in den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau, klassischer Energie wie Öl und Gas sowie erneuerbarer Energien. Eine überwältigende Mehrheit schlägt angesichts wachsender chinesischer Konkurrenz Alarm, die seit Einführung der EU- und US-Sanktionen gegen Russland deutlich zugenommen hat. Die vollständige Auswertung der AHK-Geschäftsklimaumfrage lesen Sie hier (PDF).

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Titelbild: Alexey Derevtsov / Unsplash.com

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