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Der Import ausländischen Käses nach Russland ist wieder gestiegen, die inländische Produktion wächst hingegen weniger

Erstmalig seit der Einführung des russischen Lebensmittelembargos im Sommer 2014 ist der Import ausländischen Käses wieder gewachsen. Im ersten Quartal 2016 kamen mit 49.300 Tonnen 31 Prozent mehr Käse als im Vorjahreszeitraum nach Russland, berichtet der Kommersant.

In erster Linie stiegen die Einfuhren aus Belarus (+41 Prozent), Serbien (+87 Prozent; 2100 Tonnen) und Armenien (verdoppelt; nun bei 1200 Tonnen). Weißrussland bleibt mit 41.800 Tonnen (fast 85 Prozent der Käseimporte) dabei der größte Lieferant. Das gaben der nationale Milchproduzenten-Verband, Sojusmoloko, und das Analysezentrum von Milknews an.

Die wachsenden Einfuhren hingen mit einem Rückgang der Weltmarktpreise für Käse und der Stabilisierung des Rubels zusammen, schätzen Experten.

Produktion in Russland wächst wesentlich langsamer

Gleichzeitig sei aber das Produktionstempo für russischen Käse rückläufig, heißt es im Kommersant-Bericht. Das liege in erster Linie an nicht ausreichenden Rohstoffen und einer teilweise unrentablen Produktion. Auch sei die Nachfrage aufgrund der niedrigeren Realeinkommen der Bevölkerung gesunken. Um 1,9 Prozent ging die Nachfrage laut Sojusmoloko im Jahr 2015 zurück. Im ersten Quartal 2016 sei sie aber wieder um 12,2 Prozent gewachsen. Weiter habe die starke weißrussische Konkurrenz eine Rolle beim Rückgang des Produktionswachstums gespielt.

Im ersten Quartal 2016 wuchs die Produktion russischen Käses nämlich nur um 1,2 Prozent auf 103.700 Tonnen. Im vergangenen Jahr hatte das Wachstum – auch unter dem Eindruck der Lebensmittelsanktionen – noch 36 Prozent betragen.

Nach Angaben des Ministeriums für Landwirtschaft lag der Anteil der eigenen Produktion am russischen Markt für Molkereiprodukte 2015 bei 81,3 Prozent.

„Verbraucher sind nicht bereit, mehr als 200-250 Rubel pro Kilo Käse zu zahlen“

Die meisten russischen Verbraucher seien nicht bereit, mehr als 200 bis 250 Rubel (etwa 2,7 bis 3,5 Euro) für einen Kilo Käse zu zahlen, sagte ein nicht näher genannter russischer Käsehersteller dem Kommersant. 200 Rubel sei aber auch die Verlustgrenze für die Produzenten.

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Quelle: absfreepic.com

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