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Ostexperte.deVon

Russische Zentralbank nimmt Leitzins von 10,5 auf 10,0 Prozent zurück

Die „Bank Rossii“ senkt den Leitzins trotz Rezession um 50 Basispunkte auf 10 Prozent. Das geht aus einer Pressemitteilung vom vergangenen Freitag hervor. Das ist bereits die zweite Senkung im Jahr 2016. Experten haben mit dieser Maßnahme gerechnet.

Die Zentralbank will mit der Senkung die russische Konjunktur unterstützen. Sie erwartet für das erste und zweite Quartal 2017 eine Rückkehr zum Wirtschaftswachstum. Bis Anfang 2017 will sie den Leitzins nicht mehr verändern, hält sich jedoch für das erste Halbjahr 2017 weitere Maßnahmen offen.

Wie Ostexperte.de berichtete, ist diese Maßnahme keine Überraschung. Wirtschaftsminister Uljukajew erklärte am 3. September auf Nachfrage von Journalisten: “Wir erwarten eine Senkung des Leitzins. Es wäre lustig, wenn sie das jetzt nicht machen. Sie hätten schon das schon längst tun sollen.“

Strukturelle Probleme

Die westlichen Sanktionen und niedrige Ölpreise haben der russischen Wirtschaft stark zugesetzt. Laut Zentralbank könne die Wirtschaft 2017 wieder wachsen. Das Bruttoinlandsprodukt hat im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,9 Prozent und damit deutlich schwächer als 2015 kontrahiert.

Jedoch erwartet sie für 2017 nur ein Plus unter einem Prozent. Die Zentralbank erklärt, dass hohe Zinsen nicht das größte Hindernis für einen Aufschwung seien, sondern strukturelle Probleme. So kritisieren Experten, dass neben einer restriktiven Geldpolitik auch liberale Reformen für russische Unternehmen notwendig seien.

Interesse am Rubel steigt

Wie das Nachrichtenportal „Börse Online“ berichtet, wird das Verhalten der Notenbank von ausländischen Investoren gewürdigt. Erstens demonstriere die Zentralbank-Chefin Elwira Nabiullina, dass sie Interessen unabhängig von der russischen Regierung durchsetzen könne. Zweitens reduziere die Maßnahme das Risiko eines Engagements in Rubelanleihen. Darüber hinaus wird mit einem Anstieg der Ölpreise gerechnet, was Russlands Währung stärken dürfte.

Titelbild

Quelle: By Kuba [CC BY 3.0 ], via Wikimedia Commons

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