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Der Leitzins der russischen Zentralbank bleibt die fünfte Sitzung in Folge unverändert

Die russische Zentralbank hat am 18. März 2016 zum fünften Mal in Folge den Leitzins bei 11 Prozent beibehalten. Lesen Sie, welche Prognosen und Einschätzungen sie in ihrer Erklärung noch abgegeben hat. 

Die Zentralbank der Russischen Föderation gab am Freitag bekannt (Meldung auf Englisch):

„Am 18. März 2016 hat sich der Aufsichtsrat der russischen Zentralbank entschieden, den Leitzins bei 11 Prozent pro Jahr beizubehalten. Trotz einer gewissen Stabilisierung auf den Finanz- und Rohstoffmärkten und einer geringeren Inflation, bleiben die Inflationsrisiken hoch.“

Die Risiken seien auf die derzeitigen Entwicklungen auf dem Ölmarkt, eine weiterhin hohe Inflationsrate und einige Unsicherheit rund um das Staatsbudget zurückzuführen. Um die Inflationsziele einzuhalten, könne die Zentralbank länger an ihrer recht strengen Geldpolitik festhalten als zuvor geplant.

Mit dieser Entscheidung liege die Vorhersage der jährlichen Inflation für März 2017, also in einem Jahr, bei weniger als sechs Prozent. Das Ziel von vier Prozent werde Ende 2017 erreicht.

Erwartete Entscheidung

Diese Entscheidung war im Vorfeld erwartet worden.

Bei einer Umfrage von Bloomberg hatten 35 von 42 befragten Ökonomen mit einer gleichbleibenden Rate gerechnet. Die übrigen sieben hatten eine Senkung um 0,5 Prozentpunkte prognostiziert. Das Inflationsrisiko sei derzeit zu groß für Senkungen, lautete der Tenor.

Inflation im März niedriger als erwartet

Trotz der zuletzt gestiegenen Ölpreise und der Stärkung des Rubels übe der schwache Rubel noch immer einen deutlichen Inflationsdruck auf die Wirtschaft aus. Die Inflation erhole sich aber. Sie sei von 9,8 Prozent im Januar auf 7,9 Prozent am 14. März zurückgegangen. Dies sei weniger als noch ein Jahr zuvor geschätzt wurde (etwa neun Prozent).

Im zweiten Quartal 2016 werde die Inflation weiter abnehmen und dann laut Vorhersage zur Jahresmitte wieder ansteigen. Das sei auf den Effekt einer niedrigen Basis zurückzuführen.

Ausgehend davon, dass es keine neuen Schocks gebe, werde die Inflation weiter abnehmen.

Prognose: Ölpreissteigerung hält nicht an

Die Bank glaubt außerdem, dass der Anstieg des Ölpreises bald vorbei sein wird. Das sei auch ausschlaggebend für die Entscheidung gewesen. Dafür sei die Abschwächung der chinesischen Wirtschaft sowie die zunehmende Konkurrenz und die gestiegene Versorgung durch den Iran verantwortlich. So sei ein Überangebot auf dem Ölmarkt entstanden. „Daher könnte die Erholung der Ölpreise in den letzten Wochen volatil sein“, heißt es in der veröffentlichten Erklärung.

Für 2016 geht die Zentralbank daher in ihrem Basis-Szenario von einem Ölpreis von 30 Dollar pro Barrel aus. Bis 2018 könnte er auf 40 Dollar ansteigen.

Schwacher Rubel hat einigen Industrien geholfen

Weiter merkte die Zentralbank in ihrem Statement an: der Rubel-Float habe den negativen Effekt externer Schocks auf die Wirtschaft teilweise abfangen können.

Durch den schwachen Rubel habe zudem die Wettbewerbsfähigkeit russischer Produkte zugenommen. Das habe bestimmten Industrien geholfen wie:

  • Landwirtschaft,
  • Lebensmittelindustrie,
  • Chemie,
  • und Bergbau.

BIP-Rückgang um 1,3-1,5 Prozent 2016

Für 2016 rechnet die Zentralbank mit einem BIP-Rückgang von 1,3-1,5 Prozent. Zwischen Ende 2016 und Anfang 2017 werde allerdings das monatliche BIP-Wachstum einen positiven Bereich erreichen.

„Weiter werden die voranschreitenden Prozesse der Importsubstitution und der Ausweitung von Nicht-Energie-Exporten eine schrittweise Erholung ermöglichen.“

 

Das nächste Treffen des Zentralbank-Aufsichtsrats wird am 29. April abgehalten.  


Titelbild

Quelle: Kuba [CC BY 3.0 ], via Wikimedia Commons

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