Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Die russischen Verbraucher kaufen vermehrt günstigere und qualitativ schlechtere Lebensmittel – die Wirtschaftskrise bringe sie dazu, ihre Essgewohnheiten zu ändern, behauptet ein Bericht der Analytical Credit Rating Agency (ACRA), der am gestrigen Montag veröffentlicht wurde. Dieser Trend sei aber schon seit 2013 zu beobachten.

Brot, Milchprodukte und Kartoffeln statt Gemüse, Früchte und Fisch – so wandeln sich dem Bericht zufolge die Essgewohnheiten der russischen Konsumenten in der Krise. Die Kalorienzahl, die vom durchschnittlichen russischen Verbraucher konsumiert werde, bleibe zwar gleich, nur würden teurere und meist gesündere Lebensmittel nun häufiger für die oben genannten günstigeren eingetauscht, stellt ACRA fest.

„In Zukunft werden sich die Konsumentenpräferenzen vermutlich weiter in Richtung Getreide, Mehl, Butter, saisonales Gemüse und Zucker verschieben“, lautet weiter die Aussicht des Berichts.

Generell bevorzugten die russischen Kunden nun günstigere Produkte (wie zum Beispiel Kleidung) oder neigten dazu, sie länger zu verwenden (wie etwa Autos und Haushaltsgeräte).

2017 kein Aufschwung auf Konsumgütermarkt wie 2010

Das habe vor allem mit den gesunkenen Reallöhnen der russischen Bevölkerung zu tun. 2015 sanken sie um 9,5 Prozent – ein Negativrekord. Der Bericht prognostiziert ein Fallen oder eine Stagnation der Reallöhne in Russland bis 2018. Man solle daher auch 2017 keinen Aufschwung auf dem Konsumgütermarkt ähnlich wie 2010 erwarten. In den folgenden Jahren würden sich die Russen vielmehr einem „günstigeren“ Lebensstil aneignen.

Das Rating-Unternehmen „ACRA Ratings“ besteht aus 27 Anteilseignern, die große russische Unternehmen oder Finanzinstitutionen sind. Zur genauen Methodik des Berichts finden sich keine detaillierten Angaben. Die Bewertungen würden aber in „Übereinstimmungen mit der russischen Gesetzgebung und den Best Practices der globalen Rating Industrie“ durchgeführt.

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Quelle:

Foto von Simon Schütt.

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