Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Simon SchüttVon

Bei TASS, RT & Co. könnte demnächst der Rotstift angesetzt werden

Den russischen Staatsmedien stehen offenbar Kürzungen der Staatszuschüsse bevor, berichtete Wedomosti am Dienstagabend. Betroffen könnten von den Einsparungen dem Bericht zufolge die Nachrichtenagenturen TASS und Rossija Segodnja, die staatliche TV-Sender sowie die Auslandsmedien wie RT (Russia Today) sein. Auch Print-Publikationen wie die Rossijskaja Gazeta werden wohl mit weniger Zuschüsse auskommen müssen.

Zwischen 2017 und 2019 soll hier deutlich eingespart werden, geht aus einer Empfehlung des russischen Finanzministeriums hervor. Russland muss aufgrund der durch den niedrigeren Ölpreis gesunkenen Staatseinnahmen in einigen Bereichen den Rotstift ansetzen. Nun wohl auch im Mediensektor.

Welches Ausmaß die Einsparungen haben werden, ist aber noch nicht klar. Das Finanzministerium hat der Regierung jedoch empfohlen, dass die Regierungssubventionen „das Maß, das zur Produktion von notwendigen sozial relevanten Inhalten benötigt wird, nicht überschreiten“. Die Subventionierung soll also auf ein Minimum reduziert werden. Außerdem sollen „unvernünftige und doppelte Kosten“ reduziert werden.

Millionen-Zuschüsse für die Medien

Das Budget für WGTRK (mit den TV-Sendern Rossija 1, Rossija 2, Rossija K und Rossija 24) belieft sich 2016 auf 24,99 Milliarden Rubel (knapp 385 Millionen US-Dollar), schreibt Wedomosti. TASS erhielt 2016 1,81 Milliarden Rubel (27,8 Millionen US-Dollar) an Staatszuschüssen, RT 19 Milliarden (292 Millionen Dollar) und Rossija Segondnja 6,75 Milliarden (103 Millionen Dollar).

Schon Jahr 2015 wurden die Medienzuschüsse der Regierung um 14,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesenkt gesenkt.

Der Rubel-Wechselkurs hatte die Kosten vor allem für diejenigen russischen Medien, die viel im Ausland arbeiten (RT, TASS), deutlich erhöht.

Titelbild

Quelle:

Simon Schütt; Anmerkung: RBK, die Zeitung in der Mitte ganz oben auf dem Bild, ist kein Staatsmedium, die Rossijskaja Gazeta darunter schon.

 

Simon Schütt
Über den Autor

war von September 2015 bis September 2016 Chefredakteur bei Ostexperte.de.

Derzeit arbeitet er bei der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer. Bevor er zu Ostexperte.de kam, war er Redakteur der Moskauer Deutschen Zeitung. Dort schrieb er vor allem für das Wirtschafts-, das Digital- und das Moskau-Ressort.

Der Berliner hat in Wien Publizistik- und Kommunikationswissenschaft studiert und dort bei der Österreich-Ausgabe des Werbe-, Marketing- und Medien-Fachmagazins Horizont gearbeitet.