Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Patrick VolknantVon

Rosneft will neue Pipeline nach Deutschland bauen

Aussagen des Rosneft-Chefs Igor Setschin zufolge plant der russische Ölkonzern, eine neue Pipeline nach Deutschland zu errichten. Das Unternehmen ist im Begriff, seinen bereits großen Einfluss auf den Energiemarkt des Landes auszuweiten. Dies berichtet Die Welt.

Auf rund 600 Millionen Euro will Rosneft seine Investitionen in den deutschen Raffinerie- und Tankstellenmarkt künftig anheben. Igor Setschin, der Vorsitzende des russischen Energieunternehmens, machte dies bei der Eröffnung einer Rosneft-Zweigstelle in Berlin deutlich. Die angekündigte Aufstockung des Budgets bedeutet eine Verdopplung der bisher geplanten Investitionssumme.

Dies scheint zum allgemeinen Trend zu passen: Trotz der gegen Russland verhängten Sanktionen und des folgenden Handelseinbruchs legt der deutsch-russische Geschäftsverkehr derzeit wieder zu. Den Grund hierfür sehen Experten im verhältnismäßig schwachen Rubel, den vor allem die niedrigen Ölpreise unten halten.

Pipeline nach Bayern und Baden-Württemberg

Neben den erhöhten Investitionen in Raffinerien und Tankstellen will Rosneft weitere Gelder in den Bau einer neuen Pipeline fließen lassen. Durch sie soll die süddeutsche Region an das aus dem Osten kommende Leitungsnetz angeschlossen werden.

Genauer handelt es sich wohl um zwei Raffinerien in Vohburg/Neuhaus (Bayern) und Karlsruhe (Baden-Württemberg), die man durch den Bau der neuen Verbindung andocken möchte. Bisher werden die beiden Werke über die „Transalpine Pipeline“ vom italienischen Triest aus mit Öl versorgt, das größtenteils Nordafrika entstammt.

Rosneft mit großem Einfluss in Deutschland

Wie auch das umstrittene Pipeline-Projekt „Nord Stream 2“ könnten die Pläne Rosnefts für Diskussionen um eine zu große Abhängigkeit Deutschlands von russischen Energielieferungen sorgen. Allein Rosneft stellt 25 Prozent der gesamten deutschen Rohöleinkäufe.

Das Unternehmen steht außerdem an dritter Stelle der Mineralölverarbeitung in Deutschland. Die Einweihung der Berliner Firmenniederlassung zeigt den hiesigen Erfolg des russischen Konzerns. Von der Hauptstadt aus soll die neu gegründete „Rosneft Deutschland GmbH“ das deutsche Geschäft in Zukunft koordinieren.

Titelbild

Quelle: Kremlin.ru

Patrick Volknant
Über den Autor

ist Autor bei Ostexperte.de.

Der freie Journalist studierte Germanistik und Philosophie in Freiburg und Leipzig.