Rosneft investiert 30 Milliarden Dollar in Petrochemie

Rosneft investiert 30 Mrd. Dollar in Polymere und Plastik

Der russische Ölgigant Rosneft will laut des Konzernleiters Igor Setschin auf die weiterverarbeitende Chemie im Öl- und Gassektor setzen. Dies berichtet die Wirtschaftszeitung Wedomosti.

Zusammen mit internationalen Partnern will der Ölkonzern Rosneft drei petrochemische Cluster in Russland finanzieren. In einem Joint Venture sollen bis 2025 insgesamt 30 Milliarden Dollar in die weiterverarbeitende Chemie investiert werden.

Das erste Cluster, in das die Investitionen fließen, bilden zwei Städte in der Wolga-Region: Samara und Ufa. Dort will Rosneft laut des Vize-Chefs Igor Soglajew einen Polymerkomplex errichten, in dem jährlich 2,5 Millionen Tonnen Ethylen hergestellt werden könnten. Neben Polymeren sollen ebenso künstliche Aromastoffe entwickelt werden, wobei man auf Abnehmer aus der Europäischen Union hoffe.

Das zweite Cluster soll in Ost-Sibirien mit Zentren in Bogutschany sowie Angarsk eingerichtet werden und einer Kooperation mit dem chinesischen Energiekonzern Sinopec entspringen. Hier möchte Rosneft Erdgas aus Feldern verarbeiten, die derzeit ein Ressourcenpotenzial von 6 Millionen Tonnen aufweisen. Soglajew zufolge werde man in den kommenden Monaten jedoch wichtige Studien zur Ressourcenlage abschließen. Deren bisherige Ergebnisse zeigten, dass man sogar ein noch höheres Potenzial von bis zu 15 Millionen Tonnen erwarten könne.

Bei dem dritten Cluster handelt es sich um ein Vorhaben im fernen Osten Russlands. Mit dem „Far Eastern Petrochemical Complex Project“ soll der größte Raffinerie- und Petrochemie-Komplex im fernöstlichen Föderalbezirk errichtet werden (Ostexperte.de berichtete). Von dem Großprojekt verspricht sich Rosneft unter anderem, die asiatisch-pazifischen Marktchancen zu verbessern.

Strategie des Unternehmens

Schon im Juni 2016 hatte Rosneft-CEO Igor Setschin angekündigt, die Strategie des Unternehmens künftig in Richtung der Petrochemie lenken zu wollen. Ziel des Konzerns müsse es sein, den Anteil von Öl- und Gaschemie innerhalb der gesamten Raffineriekapazität auf 20% zu erhöhen.

Ende September ist der deutsche Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder zum Aufsichtsratsvorsitzenden des russischen Energiekonzerns Rosneft gewählt worden. „Meines Erachtens ist Schröders Kandidatur ein sehr bedeutsames Ereignis und für den Markt positiv“, sagte Russlands Energieminister Alexander Nowak.

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