AHK-News zum Russlandgeschäft am 26. April 2018

Tagesübersicht der AHK Russland am 26. April 2018

Diese Meldungen stammen aus dem Morgentelegramm der AHK Russland. Das Morgentelegramm ist ein exklusiver AHK-Newsletter mit einer Nachrichtenübersicht zur Wirtschaft in Russland.


Diskussion um Gegensanktionen: Nur leichte Anpassungen geplant

Der russische Föderationsrat hat das Gesetzesprojekt für Antwortmaßnahmen auf die neuen US-Sanktionen kritisiert. Insbesondere das Einfuhrverbot für US-Medikamente sei heikel, diese seien „keine Äpfel oder Kartoffeln“. Ein vorgeschlagenes Verbot zur Einstellung ausländischer Arbeitnehmer könne dazu führen, dass Arbeitgeber Informationen über Arbeitnehmer verbergen. Landwirtschaftsminister Alexander Tkatschow unterstützte Importverbote gegen US-Waren. Er sei sich sicher, dass man sie ersetzen könne. Scharfe Kritik äußerte der Besitzer des Titanwerks WSMPO-Awisma, Michail Schelkow, bezeichnete die Verfasser des Gesetzes als „Schädlinge“. Dem Unternehmen drohen durch Einschränkungen in Bezug auf die US-Luftfahrtindustrie Schwierigkeiten. Er hoffe darauf, dass die Maßnahmen keinen negativen Einfluss auf die russische Titanindustrie habe. Medienberichten zufolge wird damit gerechnet dass nur einige wenige Änderungen am Entwurf vorgenommen werden. Die 1. von 3 Lesungen der Duma ist für den 15. Mai geplant.

Quellen: TheBell (RU), Kommersant (RU), Vedomosti (RU), RBC (RU)


Putin kündigt Pläne für neue Amtszeit an

Russlands Präsident Wladimir Putin will in seiner neuen Amtszeit, für die er am 7. Mai vereidigt wird, die Ausgaben für Gesundheit, Bildung und Infrastruktur erhöhen. Entsprechende Dekrete werde Putin nach Amtsantritt präsentieren, sagte Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow. Bloomberg hatte zuvor über Ausgaben von 10 Billionen Rubel (133 Milliarden Euro) innerhalb von 6 Jahren berichtet. Peskow widersprach diesen Angaben. Putin wolle zudem nach dem Reformplan vorgehen, den das Zentrum für Strategische Forschung um seinen Leiters Alexej Kudrin vorgeschlagen habe, so Bloomberg. Die neue Regierung plant unter anderem, die öffentliche Verwaltung zu reformieren. Premierminister Dmitrij Medwedew traf sich dazu am Montag mit Kudrin. Dieser schlägt vor, die Zahl der Beamten innerhalb von 6 Jahren um ein Drittel zu reduzieren.

Quellen: Vedomosti (RU), Bloomberg (EN), TheBell (RU), TheBell 2 (RU)


WM bringt russischer Wirtschaft Wachstum

Gestern, 50 Tage vor dem WM-Anpfiff, stellte der Vorsitzende des WM-Organisationskomittes, Vizepremier Arkadij Dworkowitsch, eine Studie zu den erwarteten wirtschaftlichen Auswirkungen der Fußball-Weltmeisterschaft im Land vor. Demnach trugen die Investitionen in den Vorbereitungsjahren seit 2013 bereits 1% zum russischen BIP bei (ca. 867 Mrd. Rubel; 11,5 Mrd. Euro). Ohne WM wäre die Wirtschaft in den Krisenjahren noch stärker geschrumpft, so Dworkowitsch. Der Nach-WM-Tourismus soll der Studie zufolge in den kommenden fünf Jahren je 150 Mrd. bis 210 Mrd. Rubel Zusatzeinnahmen (2 bis 3 Mrd. Euro) bringen. / Handelsblatt, Moscow Times (EN), Vedomosti (RU), Vesti (RU)