Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Thorsten GutmannVon

Russische Billig-Airline plant Direktflug nach Baden-Baden

Die russische Billigfluglinie Pobeda plant einen Direktflug von Moskau nach Karlsruhe/Baden-Baden. Der Flugbetrieb soll ab Oktober 2017 starten, berichtet die Wirtschaftszeitung Wedomosti.

Spätestens nach Turgenjews „Rauch“ gilt Baden-Baden als Sehnsuchtsziel der Russen. Der deutsche Kurort ist berühmt für seine Infrastruktur aus Edelboutiquen, plastischen Chirurgen und Zahnkliniken, die mithilfe von Dolmetschern wohlständige Russen umgarnen.

Low-Budget-Touristen im Luxus-Kurort?

Allerdings sind Händlern und Hoteliers wegen Ukraine-Krise und Währungsabsturz in 2014 die „legendären russischen Trinkgelder“ abhanden gekommen. Mittlerweile geht es wieder aufwärts mit dem Rubel. Wittert die Billig-Airline Pobeda ihre Chance, auch weniger zahlungskräftige Touristen zurück nach Baden-Baden zu locken?

Der Leiter des Moskauer Reisebüros SVOY TS, Sergej Wojtowitsch, äußert Zweifel an den Plänen: „Baden-Baden ist ein Luxus-Kurort. Es ist zu bezweifeln, dass die Route von Low-Budget-Touristen nachgefragt wird. Es ist so, als würde Pobeda Touristen nach Monaco befördern.“

Stuttgart, Freiburg, Strasbourg

Der Flughafen befindet sich ca. 40 km von Karlsruhe und ca. 15 km von Baden-Baden. Derzeit gibt es keine Fluggesellschaft, die Direktflüge zwischen Baden-Baden und Russland anbietet. Neben Köln und Memmingen wäre Baden-Baden die dritte deutsche Destination im Angebot von Pobeda.

Der Flugbetrieb ist ganzjährig und dreimal pro Woche geplant. Anders als beim Flug nach Memmingen, bei dem Pobeda die Fluggäste per Bus nach München befördert, bietet die Airline in Baden-Baden keine Weiterfahrt an. Interessante Reiseziele wären u. a. Strasbourg, Stuttgart, Freiburg und Basel.

 

Thorsten Gutmann
Über den Autor

Thorsten Gutmann war von September 2016 bis Dezember 2018 Chefredakteur der unabhängigen Nachrichtenseite Ostexperte.de in Moskau. Derzeit arbeitet er als Nachrichtenchef bei der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK). Bevor er zu Ostexperte.de kam, war er u. a. für die Moskauer Deutsche Zeitung und die Berliner Zeitung tätig. Im Jahr 2017 gründete er die RUSummit – Fachkonferenz zur Digitalwirtschaft in Russland mit dem Ziel, den deutsch-russischen Wirtschaftsdialog zu fördern.