Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Rufil Russia Consulting

Thorsten GutmannVon

Deutsches Saatgut-Technologieunternehmen Petkus eröffnet 35-Millionen-Euro-Maisfabrik in Stawropol

Das deutsche Saatgut-Technologieunternehmen Petkus will in der russischen Region Stawropol eine Mais-Kalibrierungsanlage bauen. Die Investition sei höher als 35 Millionen Euro, erklärte das Landwirtschaftsministerium in Stawropol.

Das Unternehmen aus dem thüringischen Wutha-Farnroda hat das Investitionsvorhaben von über 35 Millionen Euro mit 150 neuen Arbeitsplätzen bei einem Treffen mit hochrangigen Vertretern der Region besprochen. Die Anlage soll Mais und Saatgut produzieren, schreibt das Ministerium. Der Baubeginn sei für 2017 geplant.

Ein „ernsthafter Investor“ aus Deutschland

„Das Unternehmen Petkus ist ein ernsthafter Investor, der an unserer Region interessiert ist“, erklärte Roman Kowryga, der stellvertretende Landwirtschaftsminister von Stawropol. Das Ministerium habe eigenen Angaben zufolge bereits einen geeigneten Ort gefunden. Die Anlage soll auf dem Gelände des Industrieparks „Solnetschnodolsk“ im Rajon Isobilnenski entstehen.

„Anstatt der erbetenen zehn bis zwölf Hektar stellen wir dem Unternehmen eine Fläche von 30,8 Hektar bereit. Neben der Fabrik erhält der Investor Versuchsflächen zur Durchführung von Züchtungsaktivitäten“, so Kowryga. Zum Jahreswechsel werden deutsche Experten erwartet, die sich mit Geologie, Topographie und anderen Ortsbedingungen auseinandersetzen.

Maissaatgut-Aufbereitungstechnologie von Petkus

Petkus hat eigenen Angaben zufolge weltweit über 350 Mitarbeiter aus 20 Nationen. Das Unternehmen habe 23 Auslandsbüros, die 113 Länder betreuen. Die ersten Petkus-Mitarbeiter hätten vor über 160 Jahren „die Grundlagen für die ersten mechanischen Saatgutreinigungsmaschinen“ geschaffen. Heute bauen sie „unter anderem optoelektronische Systeme“.

Das Unternehmen aus Thüringen bezeichnet sich als Experten auf dem Gebiet der „Maissaatgut-Aufbereitungstechnologie“. Auf der Website heißt es: „Allein in Europa wurden in den letzten zehn Jahren Kolbentrocknungshäuser errichtet, die weit über 40.000 ha Saatmais mit PETKUS Technologie trocknen.“

Jährlich würden etwa sieben Millionen Tonnen Maissaatgut produziert, so das Unternehmen. Allein der europäische Maissaatgutmarkt betrage 2012 rund 1.820 Millionen Euro. „Einer der wichtigsten Bausteine in der Saatgutproduktionskette ist die Aufbereitungstechnologie, die Kornverluste minimiert und die Qualität einer Partie erhält“, so Petkus.

Eine der größten Investitionen seit Beginn der Ukraine-Krise

Im Juni 2016 eröffnete der Dortmunder Pumpenhersteller Wilo eine neue Fabrik in Russland. Auch damals war die Höhe der Investition für das Pumpenwerk mit 35 Millionen Euro beziffert. Dies war laut AHK Russland „die größte Einzelinvestition eines deutschen Unternehmens in Russland 2016“.

Außerdem war die Fabrik von Wilo „eine der größten Investitionen seit Beginn der Ukraine-Krise“. „Wer Technologie transferiert und sich entscheidet, in Russland zu produzieren, bekommt einen roten Teppich ausgerollt“, kommentierte damals Matthias Schepp, Vorstandsvorsitzender der AHK Russland.

 

Titelbild

Quelle: Pixabay

Thorsten Gutmann
Über den Autor

Thorsten Gutmann war von September 2016 bis Dezember 2018 Chefredakteur der unabhängigen Nachrichtenseite Ostexperte.de in Moskau. Derzeit arbeitet er als Nachrichtenchef bei der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK). Bevor er zu Ostexperte.de kam, war er u. a. für die Moskauer Deutsche Zeitung und die Berliner Zeitung tätig. Im Jahr 2017 gründete er die RUSummit – Fachkonferenz zur Digitalwirtschaft in Russland mit dem Ziel, den deutsch-russischen Wirtschaftsdialog zu fördern.