Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Rufil Russia Consulting

Johanna JaschikVon

US-Handelsminister verteidigt Russland-Investments

Laut des internationalen Rechercheprojekts „Paradise Papers” soll der derzeitige US-Handelsminister Wilbur Ross Geschäftsbeziehungen zu Russland haben. Doch dieser weist Kritik an den Investments zurück. Dies berichtet die Wochenzeitung Zeit

Donald Trumps US-Handelsminister Wilbur Ross taucht in den „Paradise Papers” auf. Er soll einen Anteil von 31 Prozent an der Reederei „Navigator” haben. Diese sei in den letzten Jahren für Gastransporte des größten russischen Petrochemie-Unternehmens Sibur verantwortlich gewesen und habe Millionen damit verdient.

Zwar besitze Ross einen Anteil an der Reederei, er habe jedoch nichts mit den Verhandlungen zwischen Navigator und Sibur zu tun. „Da gibt es keine Verflechtungen von Aufsichtsräten, von Anteilseignern, ich hatte nichts zu tun mit den Verhandlungen über den Deal”, zitiert ihn die britische BBC. Er sei erst nach den Vereinbarungen 2012 in den Aufsichtsrat von Navigator eingestiegen. Auch unterliege das Unternehmen keinen US-Sanktionen gegen Russland. Deshalb habe er keinen Fehler begangen, erklärte Ross.

Verflechtungen mit Wladimir Putin

Ross werden Verflechtungen mit russischen Investoren vorgeworfen. Zwei Anteilsinhaber der russischen Firma Sibur, die mit Navigator Geschäfte machte, sind von US-Sanktionen betroffen: Gennadi Timtschenko und Leonid Michelson.

Timtschenko gilt als alter Freund Putins. Auch ein weiterer Anteilsinhaber (3,9 Prozent) an Sibur, Kirill Schamalow, steht eng mit dem russischen Präsidenten in Verbindung. Er soll der Ehemann von Putins Tochter Katerina Tichonowa sein, berichtet die BBC.

Sibur weist Verbindungen zu Ross zurück

Sibur bestätigte die geschäftlichen Verbindungen zu Navigator. Die Reederei soll unter anderem Flüssiggas aus Sankt Petersburg verschifft haben. Jedoch sei sie nur einer von vielen Geschäftspartner. Auch wundere man sich über die Darstellung möglicher Verbindungen zwischen Anteilsinhabern und Politikern in den Medien.

„Alle Verhandlungen und Besprechungen wurden ausschließlich zwischen der Geschäftsleitung von Sibur und der Leitung der beteiligten Unternehmen durchgeführt, ohne Beteiligung der Anteilseigner,” teilte das Unternehmen in einer E-Mail mit.

Seit 2014 soll Navigator 68 Millionen US-Dollar Umsatz bei Geschäften mit Sibur gemacht haben. Allein in der ersten Hälfte des Jahres 2017 soll die Reederei Aufträge im Wert von rund 16 Millionen US-Dollar angenommen haben, berichtet das Internationale Konsortium für Investigative Journalisten (ICIJ).

Rechercheprojekt „Paradise Papers“

Die „Paradise Papers” umfassen einen Datensatz von 13,4 Millionen Dateien und beinhalten Informationen darüber, wie Politiker, Unternehmen, Prominente und Kriminelle Steueroasen nutzen, um ihr Vermögen zu sichern.

Mehr als 381 Journalistinnen und Journalisten aus der ganzen Welt haben ein Jahr lang Dateien ausgewertet und Steuertricks aufgedeckt, darunter Süddeutsche Zeitung, NDR, WDR und New York Times. Die Koordination der Recherche wurde vom ICIJ übernommen. In den Dateien tauchen unter anderem Konzerne wie Twitter, Nike und Apple auf.

Titelbild

Wilbur Ross, US-Handelsminister

Johanna Jaschik
Über den Autor

ist Autorin bei Ostexperte.de.

Seit September 2017 absolviert sie ein Praktikum bei der deutsch-russischen Unternehmensberatung Artax Rufil Consulting in Moskau.