OPEC und Russland planen langjährige Kooperation

OPEC und Russland wollen Ölpreissturz verhindern

Das Ölkartell OPEC plant eine mehrjährige Zusammenarbeit mit Russland. Ziel der Kooperation sei es, dem Ölpreisverfall entgegenzuwirken. Dies berichtet das Handelsblatt.

Bisher wurden ausschließlich kurzlebige Vereinbarungen zwischen der Organisation erdölexportierender Länder, kurz OPEC, und dem russischen Staat getroffen. Laut des saudischen Verteidigungsministers Mohammed bin Salman soll sich dies nun ändern. Die OPEC habe es auf eine langfristige Zusammenarbeit mit Russland abgesehen, erklärte der Kronprinz. Man arbeite derzeit an einer Kooperation, deren Laufzeit zwischen 10 und 20 Jahre betragen werde. „Wir sind uns beim großen Bild einig, aber nicht in den Details“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.

OPEC will Förderbremse verlängern

Als der Ölpreis im letzten Jahr von 100 Dollar pro Barrel im Jahr 2014 auf ein neues Tief von unter 30 Dollar gefallen war, hatte Saudi-Arabien eine Zusammenarbeit mit Nicht-OPEC Ländern wie insbesondere Russland angestrebt, um das Überangebot zu drosseln. Auf Initiative ihres Gründungsmitglieds Saudi-Arabien einigte sich die OPEC mit anderen Ölproduzenten auf eine Förderbremse, mit welcher der weitere Verfall des Ölpreises gestoppt werden sollte.

Mittlerweile hat sich der Rohölpreis auf 70 US-Dollar pro Barrel erholt. Die rapide zunehmende Öl-Produktion durch die USA hält die Preise allerdings weiterhin unten. Wie der saudische Ölminister in der letzten Woche verlauten ließ, hofft man in Riad auf eine Verlängerung der Kooperation bis ins kommende Jahr.

Rosneft will Produktion wieder erhöhen

Das russische Energieministerium hat sich bisher noch nicht zu den Avancen der OPEC geäußert. In der russischen Tageszeitung Kommersant heißt es jedoch, dass künftige Kooperationen von dem Verlauf der momentanen Zusammenarbeit abhängen. Ende letzten Jahres hatte der russische Energieminister Alexander Nowak mit Blick auf die gemeinsam Förderungsbremse erklärt, dass sich Russland zunächst auf das Erreichen der eigenen Ziele konzentrieren müsse. Die Rede war damals von einem „weichen Ausstieg“.

Wie auch immer die Zukunft des Abkommens aussehen wird: Russische Firmen planen bereits, die eigene Ölproduktion in den nächsten Jahren wieder anzuziehen. Allein Rosneft hat bis 2022 vor, die eigenen Produktionsmengen um 10% auf 250 Millionen Tonnen zu steigern. Mit den Parametern der derzeitigen Vereinbarung würde dies nicht übereingehen.