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Russische Konsumenten bestellten 2015 mehr in ausländischen Online-Shops – vor allem in chinesischen. Dabei waren fast alle der grenzüberschreitenden Sendungen von Umsatzsteuer oder Einfuhrabgaben befreit. Die russische Regierung will schon lange dagegen vorgehen. 

Von Andrej Schmidt, Exportmanagement Schmidt & Schmidt


Im Jahr 2015 hat sich Zahl der Paketsendungen beinahe verdoppelt, die die Russen aus ausländischen Online-Shops erhielten. Der überwiegende Anteil der ausländischen Pakete, 90 Prozent, stammten dabei laut der russischen Post aus China. Das geht aus dem Online-Einzelhandels-Bericht für 2015 hervor, der von der E-Commerce-Vereinigung und der Russischen Post präsentiert wurde.

Insgesamt lag der Anteil des grenzüberschreitenden Online-Handels in Russland bei 29 Prozent. Während der Absatz inländischer Online-Shops im vergangenen Jahr in Russland um 17 Prozent zurückging, stieg die Menge von Paketen aus ausländischen Online-Shops von 77 Millionen Stück im Jahr 2014 auf 135 Millionen Stück im Jahr 2015 am. Das machte schätzungsweise 219,2 Milliarden Rubel aus. Der Umsatz der russischen Online-Shops stieg wegen der Rubel-Abwertung  aber um 7,2 Prozent auf 540 Milliarden Rubel an.

Der Gesamtumsatz des Online-Handels in Russland lag 2015 bei geschätzt 760 Milliarden Rubel – gegenüber dem Vorjahr ein Plus von sieben Prozent.

Das sind die führenden Online-Shops in Russland

Die Führungsposition der Online-Shops in Russland nahm das chinesische Online-Shop AliExpress mit monatlich 23,8 Millionen Besuchern aus Russland ein, gefolgt von Ozon aus Russland mit 9,2 Millionen Besuchern. Auf dem dritten Platz landete dann eBay mit 7,4 Millionen Besuchern.

  • AliExpress: 23,8 Millionen monatliche Besucher aus Russland
  • Ozon: 9,2 Millionen Besucher
  • eBay: 7,4 Millionen Besucher

Moskau bekommt am meisten Post

Fast jedes zweite Paket aus ausländischen Online-Shops landete in Moskau (46 Prozent). St. Petersburg erreichten 11 Prozent der Postsendungen und der Rest ging in die anderen Regionen Russlands.

In den ausländischen Online-Shop bestellten die russischen Kunden vor allem die Kleidung und Schuhe (35 Prozent) sowie Elektrogeräte (32,3 Prozent).

Fast alle ausländischen Sendungen waren umsatzsteuerfrei

Die Einfuhrabgaben und Umsatzsteuer wurden nur von verschwindend geringen 0,47 Prozent aller Postsendungen aus ausländischen Online-Shops erhoben, deren Gesamtwert die 1000 Euro Grenze überstieg. Die Postsendungen mit einem Gesamtwert von unter 1.000 Euro für Privatpersonen sind von Einfuhrabgaben und Umsatzsteuer in Russland befreit.

Die russische Regierung diskutiert schon seit langem die Einführung von Einfuhrabgaben für internationale Paketsendungen, um den zoll- und umsatzsteuerfreien Handel der ausländischen Online-Shops einzudämmen.


Einen weiteren ausführlichen E-Commerce-Bericht für 2015 (auf Englisch) finden Sie bei East-West Digital News.

Der Artikel ist zuerst bei Schmidt-Export.de erschienen. Exportmanagement Schmidt & Schmidt bietet Exportberatung & Vertrieb in Russland an. 


Über den Autoren:

Andrej SchmidtAndrej Schmidt

ist Gründer und Leiter des Marketings und Vertriebs bei Schmidt & Schmidt Exportmanagement.
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