Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Thorsten GutmannVon

OBI kauft Joint Venture-Partner SSR, um sein Russlandgeschäft zu konsolidieren

Die deutsche Baumarkt-Handelskette OBI konsolidiert laut Kommersant sein Russlandgeschäft. OBI, das zur Tengelmann Gruppe gehört, kaufte dazu 49 Prozent der Aktien seines russischen Joint Venture Partners SSR (ССР «Сделай своими руками»; deutsch: „Mach es mit deinen Händen“) vom Anteilseigner Igor Sossin ab.

Das Joint Venture war im Jahr 2003 für die Entwicklung in Moskau und im Moskauer Gebiet  gegründet worden. Seit 2003 ist OBI in Russland tätig. Die deutsche OBI GmbH besaß 51 Prozent am Gemeinschaftsunternehmen, Igor Sossin 49 Prozent.

„Experten bewerten, dass der nun gekaufte Anteil sich auf etwa zehn Milliarden Rubel beläuft. Im letzten Jahr hat sich OBI in Russland nicht so gut entwickelt wie erwartet. Anstatt der geplanten fünf oder sechs Filialen wurde nur eine Geschäftsstelle eröffnet“, so die Tageszeitung.

Umsatz des Joint Ventures 2015 um 10 Prozent gesunken

Der Umsatz des Joint Ventures habe sich 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent auf 39 Milliarden Rubel (rund 540 Millionen Euro) verringert. Laut Infoline stellt SSR 60 Prozent des Umsatzes der OBI-Kette in Russland und bis zu 90 Prozent des Nettogewinns. Hier liegt offenbar der Grund für den Aufkauf durch OBI.

Der gesamte Markt für Waren für Haus und Reparaturen sei im vergangenen Jahr erstmals seit 2009 rückläufig gewesen, berichtet der Kommersant außerdem.

Nach Angaben des Föderalen Antimonopoldienstes (FAS) fallen 24,5 Prozent des Einzelhändlers an die OBI GmbH. Damit teilen sich OBI Holding (24,5 Prozent) und OBI GmbH (75,5 Prozent) alle Anteile an SSR. Die Transaktion wurde laut FAS im Mai abgeschlossen.

Titelbild

Quelle: Pressefoto OBI.

Thorsten Gutmann
Über den Autor

Thorsten Gutmann war von September 2016 bis Dezember 2018 Chefredakteur der unabhängigen Nachrichtenseite Ostexperte.de in Moskau. Derzeit arbeitet er als Nachrichtenchef bei der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK). Bevor er zu Ostexperte.de kam, war er u. a. für die Moskauer Deutsche Zeitung und die Berliner Zeitung tätig. Im Jahr 2017 gründete er die RUSummit – Fachkonferenz zur Digitalwirtschaft in Russland mit dem Ziel, den deutsch-russischen Wirtschaftsdialog zu fördern.