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Russland wertet US-Anklagen als unbedeutend

In den USA wurden 13 russische Staatsbürger angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, die US-Wahl 2016 manipuliert zu haben (Ostexperte.de berichtete). Nun reagiert Moskau. Die angeblichen Beweise seien „gegenstandslos“, erklärte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.

Der Kreml hat abermals die Vorwürfe einer Einmischung in die US-Präsidentschaftswahl zurückgewiesen. „Es gibt keine Hinweise, dass die russische Regierung darin verwickelt sein könnte“, sagte Regierungssprecher Peskow. Moskau habe „keine bedeutenden Beweise“ für die Einflussnahme vorgelegt bekommen.

Am Freitag hatte US-Sonderermittler Robert Mueller mitgeteilt, dass er im Zuge der Russland-Affäre 13 russische Staatsbürger und drei russische Unternehmen angeklagt hat. Den betroffenen Personen und Organisationen wird vorgeworfen, die US-Wahl 2016 zugunsten des republikanischen Präsidenten Donald Trump manipuliert zu haben. In der Anklageschrift wird beschrieben, wie die Wahlkampagne der demokratischen Gegenkandidatin Hillary Clinton systematisch untergraben worden sei.

Manipulation durch soziale Netzwerke

Kremlsprecher Peskow erklärte, dass in der Anklageschrift von „russischen Bürgern“ die Rede sei. Daraus könne Washington unmöglich schließen, dass die russische Regierung an der angeblichen Einmischung beteiligt gewesen sei. Deshalb seien die gegen Moskau angeführten Beweise „gegenstandslos“. In Russland gebe es „keine Tradition“, sich in die „inneren Angelegenheiten anderer Länder einzumischen“. Moskau halte die Vorwürfe „weder für vollständig, noch für legitim, und wir können dem nicht zustimmen“, so Peskow.

Der Anklageschrift zufolge sollen sich die Beschuldigten seit 2014 in „Wahlprozesse“ eingemischt haben. In sozialen Netzwerken wie Facebook hätten sie sich als fälschlich als US-Bürger ausgegeben und Meinungen zu strittigen gesellschaftspolitischen Themen verbreitet. Ziel dieser angeblichen Kampagnen sei gewesen, US-Wähler zu beeinflussen. An dieser Operation seien Hunderte Menschen beteiligt gewesen, mit einem Budget von mehreren Millionen Dollar.

Donald Trump reagiert mit Spott

US-Präsident Trump äußerte sich am Freitag auf Twitter zu Muellers Anklage:

„Russland begann seine Anti-US-Kampagne 2014, lange bevor ich meine Kandidatur angekündigt hatte. Die Ergebnisse der Wahl wurden nicht verändert. Das Trump-Wahlkampfteam hat nichts falsch gemacht – keine Zusammenarbeit!“

In einem weiteren Tweet schrieb Trump: „In Moskau lachen sie sich die Hintern weg.“

In Washington sorgen Trumps Aussagen teilweise für Kopfschütteln. „Was werden wir nun gegen diese Bedrohung aus Russland tun? Er redet nie darüber. Es geht immer nur um ihn selbst“, sagte etwa Ex-Geheimdienstdirektor James Clapper gegenüber dem Nachrichtensender CNN.

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