Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Thorsten GutmannVon

2017 eröffnen in Moskau mindestens 14 neue Metro-Stationen

In diesem Jahr wird die Metro in Moskau mindestens 14 neue Stationen eröffnen. Dies ist einer Meldung der offiziellen Plattform zur Städtebaupolitik in Moskau zu entnehmen. Die Website bezieht sich auf eine Aussage des ersten stellvertretenden Leiters der Moskauer Bauamts Pjotr Aksenow.

„2016 war ein erfolgreiches Jahr für den Bau der Metro. Fünf Stationen wurden fertiggestellt und in Betrieb genommen“, erklärte Aksenow.

2016 eröffneten diese Metro-Stationen

Сокольническая линия

Farbe: Rot

Люблинско-Дмитровская линия

Farbe: Hellgrün

Video zum Bau der „Petrowsko-Razumowskaja“:

Widersprüchliche Angaben

Je nach Quelle unterscheiden sich die Angaben über die Menge der Metro-Stationen, die 2017 eröffnen sollen. Von 15 Stationen spricht der Vertreter des Moskauer Bürgermeisters in Fragen der städtebaulichen Politik und des Bauwesens Marat Chusnullin. Jedenfalls verwendet das Moskauer Bauamt diese Aussage als Quelle. Chusnullin hat der Nachrichtenagentur Interfax zufolgt auch erwähnt, dass das Untergrund-Verkehrsnetz 2017 um 30 Kilometer Tunnellänge erweitert wird.

Zahlreiche Medien wie The Village, Lenta.ru und der Fernsehsender M24 berichten sogar von 16 Metro-Stationen. Die erwähnten Stationen innerhalb der Texte ergeben zusammengezählt jedoch eine Zahl, die entweder über oder unter 16 liegt. Eine Erklärung für die ungenauen Angaben ist womöglich das rasante Bautempo. Die Expansion der U-Bahn in Moskau ist ihrem Zeitplan voraus.

Eine gute Übersicht bietet die russischsprachige Wikipedia. Sofern man der Tabelle Glauben schenkt, sollen 2017 sogar 23 neue Metro-Stationen eröffnen. Ob alle Stationen tatsächlich in diesem Jahr fertiggestellt werden, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Die Aussagen von Aksenow (14 Stationen) bzw. Chusnullin (15 Stationen) sind als politisches Versprechen zu verstehen. Natürlich spielt die anstehende Fußballweltmeisterschaft 2018 eine nicht unbedeutende Rolle beim Bauprozess.

Mehr Arbeitskräfte für Metro-Bau

„Die Arbeit an den U-Bahn-Stationen ist im vollen Gange. In diesem Jahr erwarten wir einen neuen Rekord, was die Inbetriebnahme von unterirdischen Anlagen betrifft“, sagte Chusnullin gegenüber Journalisten. Derzeit arbeiten etwa 70 Prozent der für den Metro-Bau bestimmten Arbeiter an der Fertigstellung. „Diejenigen Bauarbeiter, die in der Hauptstadtregion leben, sind noch nicht vollständig aus dem Urlaub zurückgekehrt.“ Die Ferien dürften aber spätestens heute (9. Januar) vorbei sein.

Zugleich stellt Chusnullin fest, dass Moskau ein Defizit an guten Arbeitskräften hat. „In Zukunft werden wir weitere 10.000 Arbeitnehmer für den Bau von unterirdischen Anlagen einplanen“, erklärte er. Zudem wies er darauf hin, dass das Tunnelsystem 2016 um etwa 20 Kilometer erweitert wurde. Im letzten Jahr eröffneten fünf neue U-Bahn-Stationen.

Zweiter Metro-Ring in Moskau

Auf der zweiten Ringlinie, die 2019 fertiggestellt sein soll,  eröffnen 2017 fünf Metro-Stationen im Osten der Stadt. Dabei handelt es sich um:

Die Stationen sind mit einem Aufzug ausgerüstet – und sind somit behindertengerecht.

Der zweite Metro-Ring (siehe Bild) wird 30 Stationen umfassen. Auf der Strecke ist der Umstieg auf nahezu alle Metro-Linien möglich. Auch die 2016 eröffnete Ring-S-Bahn ist damit bequem erreichbar.  Mit 60 Kilometern wird der zweite Metro-Ring die bisher längste Strecke. 2018 und 2019 soll der südliche Teil des Rings ausgebaut werden. Damit schließt sich der Kreis.

Третий пересадочный контур

2017 wird der östliche Teil der zweiten Ringlinie in Moskau eröffnet. 2019 soll der Bau abgeschlossen sein. Quelle: Wikipedia

Kalininskaja-Linie

Die Kalininskaja-Linie fährt „im Querschnitt“ durch Moskau.

Kalininskaja-Linie

Auf der Kalininskaja-Linie (Farbe: Gelb), auch „Linie 8“ oder „die Gelbe Linie“ genannt, eröffnen 2017 zehn Metro-Stationen:

Alle zehn Stationen sind behindertengerecht.

Weitere Metro-Stationen 2017

Люблинско-Дмитровская линия
Farbe: Hellgrün

Кожуховская линия
Farbe: Pink

Замоскворецкая линия
Farbe: Dunkelgrün

Visualisierung der neuen Metro-Stationen

Bis 2020: 76 neue Metro-Stationen

Die Moskauer Metro hat bei einer Frequenz von 90 Sekunden pro Zug das wahrscheinlich beste U-Bahn-Netz der Welt. Dieses Lob allein genügt nicht: Zwischen 2016 und 2020 soll das Streckennetz der Metro um 40 Prozent erweitert werden. Nur bei der pünktlichen Bezahlung der Bauarbeiter hat es Probleme gegeben – teilweise waren die Gehälter dem Fernsehsender Doschd zufolge bis zu fünf Monate im Verzug.

Bis 2020 sollen 76 neue Metro-Stationen entstehen. Dies entspricht einer Strecke von 158 km. Manche Linien werden um einige Stationen erweitert, andere wiederum fast verdoppelt. Insgesamt sollen fünf neue Metro-Linien entstehen. Die wichtigste davon ist die zweite Ringlinie, die den futuristischen Namen Third Interchange Contour (deutsch: „Dritte Umsteigekontur“) trägt.

Wie das U-Bahn-Netz 2020 aussehen soll

Der chinesische Wikipedia-Nutzer Sameboat hat eine Übersicht erstellt. Klicken Sie auf die Karte, um sie in voller Auflösung zu sehen.

 

So wird das Metro-Netz in Moskau 2020 vermutlich aussehen,

So wird das Metro-Netz in Moskau 2020 vermutlich aussehen.  (Sameboat via CC BY-SA 3.0)

Metro-Station „Frunsenskaja“ wiedereröffnet

Die Metro-Station „Frunsenskaja“ auf der roten Sokolniki-Linie wurde am 29. Dezember wiedereröffnet. Eine offizielle Pressemitteliung der Metro bezeichnete dies als „Geschenk für alle Einwohner und Gäste der Hauptstadt am Vorabend der Neujahrsferien“. Die Station war 12 Monate aufgrund von Reparatur- und Restaurierungsarbeiten an den Rolltreppen geschlossen.

 

Thorsten Gutmann
Über den Autor

Thorsten Gutmann war von September 2016 bis Dezember 2018 Chefredakteur der unabhängigen Nachrichtenseite Ostexperte.de in Moskau. Derzeit arbeitet er als Nachrichtenchef bei der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK). Bevor er zu Ostexperte.de kam, war er u. a. für die Moskauer Deutsche Zeitung und die Berliner Zeitung tätig. Im Jahr 2017 gründete er die RUSummit – Fachkonferenz zur Digitalwirtschaft in Russland mit dem Ziel, den deutsch-russischen Wirtschaftsdialog zu fördern.