Tanja GötzVon

Flugzeugabsturz bei Moskau: Russland sucht nach Ursachen

Für den Absturz eines Passagierfliegers, der am Sonntag auf dem Weg aus Russlands Hauptstadt in die südrussische Stadt Orsk verunglückt war, liegen bislang keine offiziellen Ursachen vor. Bergungstruppen haben zwei Flugschreiber sichern können, die sich seit Montag in Untersuchung befinden. In verschiedenen Medien werden über mögliche Absturzursachen diskutiert.

In den russischen Netzwerken ist mittlerweile ein Video aufgetaucht, das angeblich die Explosion des Flugzeugs zeigen soll. Auf den Aufzeichnungen einer Überwachungskamera ist ein Objekt zu sehen, welches in einem Feuerinferno in die Luft schellt und in einer Rauchwolke aufgeht.

Wie “The Moscow Times” berichtete, vermuten russische Ermittler hinter dem Absturz menschliches Fehlverhalten und den schlechten Zustand des Fliegers. Auch das derzeit kalte und eisige Winterwetter in Moskau soll einen Teil zur Katastrophe beigetragen haben. Über weitere Theorien berichtete die russische Nachrichtenplattform “Kommersant”. Als Absturzursache werden auch ein Feuer im Motor des Flugzeugs, ein fehlerhafter Tacho oder plötzliche Eisbildung genannt.

Berichte über Kollision mit Hubschrauber der Post

Die Nachrichtenseite BBC Russia bezieht sich auf Quellen der Nachrichtenagentur Interfax, nach denen es angeblich zu einer Kollision mit einem Hubschrauber der russischen Post gekommen sei. Am Absturzort sollen Briefe mit dem Emblem der russischen Post gefunden worden sein. Diverse Nachrichtenagenturen behaupten, dass der verunglückte Flieger der “Saratov Airlines” neben den Passagieren auch 20 Kilogramm Post befördert haben soll. Eine Sprecherin der russischen Post und das “Ministerium für Notfälle” widersprechen dieser Aussage.

Ein russischer Untersuchungsausschuss hat Strafverfahren wegen Verstößen gegen Sicherheitsvorschriften für die Beförderung und den Betrieb des Luftverkehrs eingeleitet. Alle 71 Insassen sind bei dem tragischen Flugzeugunglück ums Leben gekommen. Ein Untersuchungsteam arbeitet an der Absturzstelle. Verkehrsminister Maxim Sokolow sagte laut BBC Russia, dass außerplanmäßige Inspektionen der “Saratov Airlines”, des Flughafens Domodedowo und aller Dienste, die am Boarding beteiligt waren, begonnen wurden. Die ersten Ergebnisse der Untersuchung sollen am kommenden Montag vorgelegt werden.

Quelle

Titelbild: Ruslan DenisovSaratov Airlines E-195 VQ-BRY, Zuschnitt auf 1040×585, CC BY-SA 3.0 

 

Tanja Götz
Über den Autor

studiert Osteuropäische Geschichte und Russisch in Gießen.

Zuvor arbeitete sie für das Historische Museum in Frankfurt am Main im Bereich Museumskommunikation sowie als Teilnehmerin eines Programms für Reisejournalisten in Edinburgh.

Von Februar bis April 2018 ist sie als Praktikantin für Ostexperte.de tätig.

 

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