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Oder: Wieso wir uns häufiger entschuldigen sollten

Der russische Premierminister Dmitrij Medwedew hat seine Minister angewiesen, Maßnahmen vorzubereiten, um die russischen Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei aufzuheben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Interfax am Donnerstag, den 30. Juni. 

Vielleicht sollten wir alle häufiger „Entschuldigung“ sagen.

Denn ein aktuelles Beispiel der internationalen Diplomatie zeigt, welche großen Auswirkungen das haben kann. Und wie schnell es gehen kann, dass sich die Beziehungen dadurch wieder verbessern.

Die Rede ist von der Entschuldigung des türkischen Präsidenten Recep Erdogan bei Russland für den Abschuss einer russischen Militärmaschine im November 2015 durch die Türkei. Vier Tage später fallen nun die verhängten Reisebeschränkungen und die Sanktionen gegen die Türkei. Das sollte zum Entschuldigen inspirieren.

Gestern, am Mittwoch, ordnete Russlands Präsident Putin die Aufhebung der Tourismusbeschränkungen für russische Bürger in die Türkei an. Heute sagte dann Ministerpräsident Medwedew, die Wirtschaftssanktionen gegen das Land würden nun in Phasen aufgehoben. In Phasen, „um russische Hersteller nicht zu schädigen“, fügte der Premier hinzu.

UPDATE 19:24: Wie RIA Novosti soeben berichtet, hat Präsident Putin heute ein Ukas (Dekret, Anordnung) unterschrieben, das die Türkei-Beschränkungen aufhebt. Es gilt der Nachrichtenagentur zufolge ab sofort.

Medewedew: Sanktionen gegen die Türkei sollen aufgehoben werden, „ohne russische Hersteller zu schädigen“

„Auf der einen Seite ist es nötig, diese Einschränkungen mit einer Verbesserung des politischen Klimas aufzuheben, aber sicherlich nicht, um damit russische Produzenten und Partner zu schädigen die bereits eine Nische [des russischen Marktes] eingenommen haben“, zitiert ihn Interfax.

Dem vorangegangen war am Montag die überraschende Entschuldigung Erdogans. Putin hatte daraufhin am Mittwoch erstmals seit acht Monaten wieder mit Erdogan telefoniert und dann die Regierung angewiesen, die auf den Türkei-Tourismus bezogenen Einschränkungen aufzuheben und Verhandlungen über die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen zu beginnen.

Titelbild

Quelle: Government.ru (CC BY 4.0)

 

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