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Marine Le Pen: Anschluss der Krim an Russland „nicht illegal“

Die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen bezeichnete den Anschluss der Halbinsel Krim an die Russische Föderation als „nicht illegal“. Dies erklärte die Vorsitzende des „Front national“ im Interview mit dem Pariser Fernsehsender BFM TV.

„Ich glaube absolut nicht, dass es eine illegale Annexion war. Es gab ein Referendum. Die Bewohner der Krim wollten Russland beitreten“, sagte Le Pen. Sie bezeichnete die Halbinsel als festen Bestandteil Russlands: „Ich habe nicht das Recht, das Referendum infrage zu stellen.“ Auch in der Vergangenheit äußerte sich Le Pen mehrfach positiv über die russische Außenpolitik im Bezug auf die Krim-Frage. So bestünde eine „ziemlich klare und sogar ziemlich glaubhafte Chance“, dass Frankreich die Halbinsel Krim unter der Führung von Le Pen als Teil Russlands anerkenne.

Hilft Russland dem Front national?

„Marine Le Pen geht auf Betteltour“, schrieb die NZZ am heutigen Donnerstag. Die Präsidentschaftskandidatin beschwerte sich, keine Darlehen bei französischen Banken zu erhalten: „Ich werde von den Banken bekämpft, das ist ein demokratisches Problem.“ 2014 soll der „Front national“ ein Darlehen in Höhe von neun Millionen Euro erhalten haben – aus Russland.

In der Vergangenheit erklärte Le Pen mehrfach, die Geldspritze aus Moskau beeinträchtige nicht die Unabhängigkeit ihrer politischen Arbeit. Das Darlehen „werde verzinst und später zurückgezahlt, das sei eine normale finanzielle Transaktion“. Einem Bericht des Satiremagazins „Le Canard enchaîné“ zufolge hat der „Front national“ im Februar 2016 bei Russland einen Kredit in Höhe von 30 Millionen US-Dollar (28,95 Mio. Euro) erbeten.

Der republikanische US-Abgeordnete Mike Turner bringt die Kredite in einen Zusammenhang mit russlandfreundliche Aussagen von Le Pen: „Im Februar 2016 hat die FN Russland um einen Kredit in Höhe von 30 Millionen Dollar gebeten, um die Präsidentschaftskampagne 2017 von Marine Le Pen zu finanzieren. Im Mai hat Le Pen in einem Interview erklärt, im Fall ihres Sieges die Krim als Teil des russischen Territoriums anerkennen zu wollen.“

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