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Ostexperte.deVon

Wie es der russische Staat mit dem Glücksspiel hält

In Russland ist das Glücksspiel seit dem Jahr 2009 verboten. Zu groß stuft der Staat die Gefahr der Spielsucht ein. Es gibt aber noch einige Sonderzonen, wo das Spielen unter kontrollierten Umständen stattfinden darf.

Russlands Präsident Putin stuft das Glücksspiel gefährlicher als den Alkoholismus ein. Der Beschluss, dass Glücksspiele verboten werden sollen, wurde schon im Jahr 2009 durch das russische Parlament festgelegt. Dieser betrifft allerdings auch Online Casinos. In Russland wurden daraufhin alle Casinos und sogar große Spielbanken geschlossen. In Deutschland und Europa sind diese weitestgehend legal, solange sie unter den im jeweiligen Land befindlichen rechtlichen Rahmen stattfinden. Das Glücksspiel wurde ein für alle Mal aus den Straßen der großen Metropolen verbannt. Allerdings gibt es in Russland natürlich auch Ausnahmen.

Natürlich war das Glücksspiel sehr gut für den russischen Staatshaushalt. Jedes Jahr gab es viele Millionen Steuereinnahmen, durch Spielautomaten, Poker und anderen Kartenspiele. In jedem Jahr stiegen die Einnahmen in vielen großen Städten, wie zum Beispiel St. Petersburg und Moskau deutlich an. Besonders die obere Gesellschaftsschicht war sehr interessiert an solchen Spielen. Aufgrund der höheren Steuereinnahmen konnte man aber auch ganz deutlich erkennen, dass immer mehr Leute dem Glücksspiel verfallen waren. Deshalb wurden die Casinos im Jahr 2009 geschlossen. In Russland wurde das Glücksspiel durch das Inkrafttreten also illegal. Doch gleichzeitig wurden natürlich auch viele geheime Casinos eröffnet, in denen man im Versteck seiner Spielsucht frönen konnte.

Umstrittene Sonderverwaltungszonen

Es gibt allerdings vier Sonderverwaltungszonen, in denen man immer noch legal am Glücksspiel teilnehmen darf. Dazu gehören zum Beispiel die sibirische Städte Altaj, Wladiwostok, die Enklave Kaliningrad und die südrussische Stadt Asow. Diese Städte sind mindestens 1000 Kilometer von der Hauptstadt Moskau entfernt. Die Casinos sind nur schwer erreichbar und liegen auch nicht in Ballungsgebieten. Dadurch soll verhindert werden, dass immer mehr Menschen das Glücksspiel als attraktiv wahrnehmen und der Sucht verfallen. Auf der annektierten Krim soll im Jahr 2019 eine weitere Sonderverwaltungszone eingerichtet werden.

Natürlich sind diese Zonen sehr umstritten, besonders wenn es um den Erfolg der Casinos in den Gebieten geht. Für die Spielzonen gab es verschiedene Pläne, zum Beispiel sollten die Städte nach dem Vorbild von Las Vegas errichtet werden. Doch die Pläne dafür wurden wieder verworfen.

Denn schließlich gab es auch kaum noch Investoren, das Verbot in Russland hat die Finanzgeber in großen Mengen abgeschreckt. Natürlich sind in Russland auch die Spielbanken und Casinos im Onlinebereich strengstens verboten. Da gibt es auch keinerlei Ausnahmen.

Jeder Verstoß wird dort besonders ganz hart bestraft. Auch Casinos, deren Sitz im Ausland ist, dürfen keine Spieler im Internet anwerben, die aus Russland kommen und diese dürfen dann auf den entsprechenden Webseiten keine Slots bespielen. Entsprechende Domains, die gegen dieses Gesetz verstoßen, werden sowohl im Ausland als auch Inland einfach gesperrt. Es gibt mittlerweile schon tausende gesperrte Internetseiten und trotzdem kommen immer wieder neue hinzu.

Poker und schwarze Listen

Diese werde auch in Form von Verbotslisten veröffentlicht. Man könnte auch von einer schwarzen Liste sprechen. Dazu gehören auch große Unternehmen oder Spiele, die zum Beispiel in Deutschland überhaupt nicht verboten sind, aber bei den Russen trotzdem auf der schwarzen Liste stehen.

Das Pokerspielen mit Geld ist in Russland zum Beispiel streng verboten. Die Betreiber von entsprechenden Spielbanken haben sich daraufhin zurückgezogen und keine Poker-Turniere mehr veranstalten können. Allerdings kann die russische Justiz nicht besonders viel gegen das Glücksspiel im Internet machen. Der Kampf gegen das Gambling im Netz ist aussichtslos für die Behörden, sie können ihn nicht gewinnen.

Es ist unmöglich, illegale Spiele in Zeiten des Internets komplett zu verhindern. Denn die Nachfrage besteht ja, also existiert auch ein Angebot. Es gibt also immer mehr russische Staatsbürger, welche über das Internet fremde Domains erreichen und dort ihre Casinospiele zocken können, obwohl das eigentlich verboten ist. Seiten wie bettingalternative.link sind für russische Glücksspielliebhaber die einzige Möglichkeit, ein Casino im Internet zu besuchen. Das Ganze ist natürlich mit einem gewissen persönlichen Risiko verbunden, da das Glücksspiel in Russland wie bereits erwähnt eigentlich illegal ist.

Ein aussichtssloser Kampf?

Die russische Regierung hat bisher Pläne ausgearbeitet, besondere Lizenzen für das Online-Glücksspiel zu vergeben, allerdings gibt es dann sehr strenge Vorgaben, an die sich die Betreiber halten müssen. Die Regierung hofft, durch offizielle Lizenzen würde dann das illegale Spielen etwas zurück gehen und eingedämmt werden. Allerdings sind diese Pläne bisher nicht umgesetzt worden, sondern reine Theorie.

Natürlich werden in Russland regelmäßig illegale Glücksspielhäuser geschlossen, die Betreiber erwartet dann auch eine hohe Geldstrafe oder sogar Gefängnis. So hart wird das illegale Glücksspiel in Russland bestraft. Daran kann man erkennen, wie gefährlich das Land diese Art von Spiele ansieht und wie leichtsinnig wir Deutschen vielleicht sind. Schließlich gibt es genug gescheiterte Existenzen, welche ihre Privatinsolvenz dem Glücksspiel zu verdanken haben.

Spielsucht bekämpfen

Die Spielsucht ist tückisch und kann nicht nur Menschen in Russland, sondern auch in Deutschland treffen. Besonders deshalb, weil mit Glücksspielen in Deutschland wesentlich leichter umgegangen wird als im osteuropäischem Raum. Natürlich wirkt die Spielsucht auf den ersten Blick nicht so schlimm wie andere Süchte. Bei genauerem Hinschauen wird jedoch klar, dass diese Sucht ganz besonders heimtückisch und schwer zu kontrollieren ist. Die Folgen können fatal sein.

Die Glücksspielsucht unterscheidet sich wesentlich zur klassischen Spielsucht. Denn bei Glücksspielen wird ein Gewinn in Aussicht gestellt. Dieser birgt für den Spieler allerdings ein gewisses Risiko. So ist die Art und Weise, wie das Glücksspiel ausgeht, also das Endergebnis, dem Zufall überlassen. Der Spieler kann den Ausgang nicht vorhersehen, hat aber einen gewissen Einsatz zu leisten.

Die Kombination aus einer unbestimmten Chance auf einen Gewinn, in der Verbindung mit etwas Hoffnung, zieht oftmals einen schweren finanziellen Schaden nach sich. Dadurch schotten sich viele süchtige Glücksspieler auch ab und meiden den sozialen Kontakt zu anderen Menschen.

Eigentlich sollten Glücksspiele ja zum Spaß und zur Unterhaltung dienen. Wie schnell aus einem harmlosen Zeitvertreib dann doch noch eine Sucht werden kann, sieht man immer wieder. Besonders schlimm wird es dann, wenn der Spieler keine Kontrolle mehr über die Höhe seines Einsatzes und der Spieldauer hat. Hinzu kommt oftmals, dass dann auch noch der Alltag von der Spielsucht beherrscht wird.

In Russland hat man dieses Problem ganz klar erkannt und auch ernst genommen. In den Metropolen, in denen das Glücksspiel erlaubt ist, tummeln sich immer besonders viele Menschen, die diese Leidenschaft teilen. Wer weiß, vielleicht kommen in Deutschland irgendwann auch härtere Gesetze, doch bis dahin wird es wahrscheinlich noch eine Weile dauern.

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Titelbild: Studio Romantic / Shutterstock.com

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