Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Thorsten GutmannVon

Krim-Brücke: Montage der Brückenbogen beginnt

An der Montage des Brückengewölbes beteiligen sich über 500 Ingenieure und Bauarbeiter. Die Bauteile werden durch Schweißungen an hochfesten Schrauben miteinander verbunden. Dies berichtet die Tageszeitung Iswestija.

Herausforderung für Russland

Die Direktverbindung zwischen dem russischen Festland und der Schwarzmeer-Halbinsel Krim gilt als eines der schwierigsten Bauprojekte der russischen Geschichte. Konkret ist der Bau von zwei parallel verlaufenden Brücken vorgesehen – zum einen für den Autoverkehr, zum anderen als Zugverbindung.

2017 soll die Montage der Brückenbogen vorankommen. Der stellvertretende Projektleiter, Wiktor Glas, bezeichnete dies als besondere Herausforderung. So betrage die Bogenspannweite für die Schifffahrt je 227 Meter. Dies sei „einzigartig für den russischen Brückenbau“, erklärte Glas gegenüber der Nachrichtenagentur Kriminform.

Inbetriebnahme bis 2019

In diesem Jahr sollen alle Bogen der Autobrücke fertiggestellt werden. Bei der Eisenbahnbrücke wird der Fortschritt des Bogenbaus am Ende des Jahres auf 40 Prozent geschätzt. Die Länge der beiden Brücken beträgt je 19 Kilometer. Die Autobrücke besteht aus einer Pkw– und einer Lkw-Spur. Die Inbetriebnahme ist für 2018 geplant. Die Eisenbahnbrücke soll voraussichtlich 2019 eröffnet werden.

Zur Verteilung der Last zwischen 595 Pfeilern werden 7.000 verschiedene Pfahl-Typen genutzt. Alleine für die Brückenstützen werden 238.000 Tonnen Eisen verwendet. Dies entspricht dem Gewicht von 32 Pariser Eifeltürmen. Die Höhe der Brücke beträgt 35 Meter.

Längste Brücke in Russland

Nach Fertigstellung ist die „Brücke über die Straße von Kertsch“ (auch „Krim-Brücke“ genannt) die längste Brücke in Russland. Die Kosten belaufen sich auf 227,9 Milliarden Rubel (umgerechnet etwa 3,5 Milliarden Euro; Stand: 07.02.2017). Täglich sollen bis zu 40.000 Autos die Krim-Brücke passieren.

Den Auftrag zur Errichtung der Brücke erhielt das Unternehmen Stroigasmontasch, das dem Oligarchen und Putin-Vertrauten Arkadi Rotenberg gehört. Im Zuge der Krim-Krise verhängten USA und EU eine Vermögenssperre gegen Rotenberg. Normalerweise verlegt das Unternehmen Pipelines für Gazprom. Erfahrungen mit dem Brückenbau hat Rotenberg nicht. Deshalb hat er zahlreiche Aufträge an Subunternehmer ausgelagert.

Titelbild

 Quelle: Kremlin.ru, Byggepladsen på Tuzlaøen 18. marts 2016, Size changed to 1040x585px., CC BY-SA 4.0 

Thorsten Gutmann
Über den Autor

Thorsten Gutmann war von September 2016 bis Dezember 2018 Chefredakteur der unabhängigen Nachrichtenseite Ostexperte.de in Moskau. Derzeit arbeitet er als Nachrichtenchef bei der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK). Bevor er zu Ostexperte.de kam, war er u. a. für die Moskauer Deutsche Zeitung und die Berliner Zeitung tätig. Im Jahr 2017 gründete er die RUSummit – Fachkonferenz zur Digitalwirtschaft in Russland mit dem Ziel, den deutsch-russischen Wirtschaftsdialog zu fördern.