Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

Anzeige
Rufil Russia Consulting

Simon SchüttVon

Das Industrieministerium will staatlichen Stellen den Kauf von importierten Möbeln verbieten

Laut Interfax hat das russische Industrieministerium den Entwurf einer Regierungsverordnung vorbereitet, der vorsieht, staatlichen Stellen den Kauf von importierten Möbeln zu untersagen.

Eine Ausnahme soll allerdings für Möbel aus Mitgliedstaaten der Eurasischen Wirtschaftsunion vorgesehen sein.

In der Begründung für die geplante Maßnahme heißt es, russische Möbelhersteller hätten in den vergangenen 20 Jahren deutlich aufgeholt und stellten ebenfalls qualitative, umweltschonende und ansprechende Möbel her. In der Krise sei die Auslastung vieler Produzenten jedoch nur bei 50 bis 60 Prozent.

Eine wirksame Maßnahmen der staatlichen Unterstützung für die Industrie und den Importersatz könne daher sein, von staatlicher und kommunaler Seite den Kauf ausländischer Möbel zu verbieten.

Russischer Staat ist wichtiger Möbelkäufer

Dem Ministerium zufolge lag die Möbelproduktion in Russland in den letzten drei Jahren bei 140 Milliarden Rubel (knapp zwei Milliarden Euro). In diesem Zeitraum hätte der Staat Möbel für 30 Milliarden Rubel gekauft (rund 416 Millionen Euro). Der staatliche Anteil ist also mit über 20 Prozent bedeutsam.

Mit der Maßnahme erhielten russische Möbelhersteller die Möglichkeit, ihre Produktion um 25 bis 30 Prozent zu erhöhen.

Simon Schütt
Über den Autor

war von September 2015 bis September 2016 Chefredakteur bei Ostexperte.de.

Derzeit arbeitet er bei der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer. Bevor er zu Ostexperte.de kam, war er Redakteur der Moskauer Deutschen Zeitung. Dort schrieb er vor allem für das Wirtschafts-, das Digital- und das Moskau-Ressort.

Der Berliner hat in Wien Publizistik- und Kommunikationswissenschaft studiert und dort bei der Österreich-Ausgabe des Werbe-, Marketing- und Medien-Fachmagazins Horizont gearbeitet.