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Rechnen Sie mit sinkenden Ölpreisen: Die Fördermenge wird vorerst nicht eingefroren

Die Hoffnung auf höhere Ölpreise ist vorerst erstickt. Beim Treffen von 18 führenden Ölförderländern in Doha (Katar) am gestrigen Sonntag (19. April) konnten sich die OPEC-Länder und Russland nicht auf eine Stabilisierung der Förderung einigen. Dadurch sollte der Ölpreisverfall gestoppt werden. Im Gespräch war dabei, die Fördermenge auf dem Niveau von Januar 2016 einzufrieren. 

Laut Bloomberg ist für das Scheitern des Treffens hauptsächlich Saudi-Arabien verantwortlich. Das Land hatte demnach gefordert, dass auch der Rivale Iran – ebenfalls ein OPEC-Mitglied – mitmachen müsse. Nur war der bei dem Treffen gar nicht da. Aus Teheran hatte man zuvor verkündet, man habe ohnehin nicht vor, die Ölförderung zu stabilisieren. Nach dem Ende der Sanktionen im Januar will der Iran seine Ölförderung auf das Vor-Sanktionen-Level von vier Millionen Barrel am Tag ausbauen.

Dem widersprach allerdings der russische Energieminister Alexander Nowak. Eine Reihe von OPEC-Mitgliedern habe die Position zum Einfrieren der Öl-Produktion geändert und die Seiten hätten sich nicht auf eine Vereinbarung erreichen können. Die Position des Iran sei dabei allerdings nicht der Hauptgrund gewesen. „Wie kann ein Land, das nicht an einem Treffen teilnimmt, der Grund für das Nichtzustandekommen einer Einigung sein?“, sagte er.

Energieminister: „Erwartungen nicht erfüllt“

„Wir haben nicht die Erwartungen erfüllt, die der Prozess vor diesem Treffen geweckt hatte“, sagte der russische Energieminister Alexander Nowak nach der Konferenz im Golfemirat am Sonntagabend. Er sagte jedoch auch, dass der Rückschlag keine Folgen für Russland haben werde. „Ich denke, für Russland wird das keine Konsequenzen haben, weil unsere Firmen weiterhin mit hoher Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt arbeiten.“

Die Tür für weitere regelmäßige Gespräche bleibe aber offen, ergänzte Nowak laut TASS. Ohne die Vereinbarung werde es nun wohl drei Monate länger dauern bis der Ölmarkt die Balance finde. Damit sei für Mitte 2017 zu rechnen. Die nächste OPEC-Sitzung findet im Juni in Wien statt.

In Aussicht auf eine Einigung in Doha war der Ölpreis in den vergangenen Monaten wieder deutlich gestiegen. Experten erwarten nun jedoch, dass die Ölpreise von bislang 40 Dollar pro Barrel Brent wieder auf 30 bis 35 fallen werden.

In anderen Worten: Bringen Sie Ihre Rubel in Sicherheit. Der Wechselkurs könnte nun wieder nach oben schnellen.

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