Matthias DornfeldtVon

Eine erfolgreiche Premiere: Kasachstans Vorsitz im UN-Sicherheitsrat 2018

Bericht über die Konferenz der „Gesellschaft für politische Studien Kasachstans“ zur Mitgliedschaft der Republik Kasachstan im UN-Sicherheitsrat 2017/2018 am 26. April in Astana

Ein Gastbeitrag von Matthias Dornfeldt


Als erster Staat Zentralasiens ist Kasachstan für den Zeitraum 2017 bis 2018 Mitglied im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Diese Ehre wurde dem postsowjetischen Land aufgrund seiner Erfahrungen beim Vorsitz internationaler sowie regionaler Organisationen und seiner Rolle als Vermittler in internationalen Konflikten zuteil. Im Laufe des Januars hatte Kasachstan den Vorsitz dieses UN-Gremiums inne und kann diesbezüglich eine positive Bilanz ziehen.

An der eintägigen internationalen Konferenz, die in der kasachstanischen Hauptstadt Astana stattfand, nahmen Wissenschaftler und Medienvertreter aus Staaten der früheren Sowjetunion, als auch aus Westeuropa teil. Es wurde in zahlreichen Vorträgen die bisherige Mitgliedschaft Kasachstans im UN-Sicherheitsrat bewertet und auf einzelne Aspekte kasachstanischer Initiativen und Vorhaben eingegangen. Dabei lag der Fokus auf der Zusammenarbeit in der Region Zentralasien, der Stabilisierung und langfristigen Befriedung Afghanistans, der Entwicklungen im Nahen- und Mittleren Osten sowie auf Fragen der Terrorismusbekämpfung.

Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen

Eine wichtige Thematik, die während des Vorsitzes von Kasachstan im UN-Sicherheitsrat intensiv thematisiert wurde, war die Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen. Ein Thema, so stellten die Konferenzteilnehmer fest, dass in den internationalen Beziehungen schon fast gewöhnlich geworden ist. Die Bedeutung von Staaten wird an der Größe von Atomwaffenarsenalen und „roten Knöpfen“ gemessen und dies hat mittlerweile eine globale Akzeptanz. Es scheint, als ob die nukleare Bedrohung etwas Unwirkliches geworden ist und wenig mit der Realität zu tun hat. Und nur diejenigen Länder, die die Folgen des Einsatzes von Massenvernichtungswaffen erlebt haben, wie Kasachstan, verstehen, dass die schnell wachsende nukleare Bedrohung in der Welt eine echte Herausforderung darstellt.

Darüber hinaus wurde der Besuch des kasachstanischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew im UN-Sicherheitsrat Mitte Januar dieses Jahres analysiert und die zukünftige Rolle des Landes in dieser internationalen Organisation begutachtet.

Diese Veranstaltung hat dazu beigetragen, Kasachstans Außenpolitik und seinen Stellenwert in den internationalen Beziehungen zu untersuchen und zu würdigen. Die Konferenzteilnehmer waren sich darin einig, dass der eurasische Staat zukünftig eine noch größere Verantwortung in globalen Fragen übernehmen sollte.

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Titelbild: Harvepino | Shutterstock.com

Matthias Dornfeldt
Über den Autor

Geboren 1973, studierte Rechts- und Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin, der Universität Coimbra (Portugal) und der Universität Potsdam. Regionaler Schwerpunkt Westlicher Balkan, westliche GUS, Südkaukasus und Zentralasien. Seit 2003 Auswärtiges Amt, OSZE, Europarat, IOM und die Vereinten Nationen in Liberia. Ab 2007 Programmdirektor im Hauptbereich Internationale Politik der Körber-Stiftung Berlin.

2008 externer Berater, 2009 bis Ende 2011 Senior Program Officer und Leiter des Leadership Programmes des Aspen Institute Deutschland e.V. 2012 Politischer Berater der Kommunikationsagentur Fleishman Hillard Deutschland GmbH. Derzeit lehrt, forscht und publiziert er am Berlin Centre for Caspian Region Studies (BC CARE) der Freien Universität Berlin und am Lehrstuhl für vergleichende und internationale Politik der Universität Potsdam.