IKEA investiert über zwei Milliarden Dollar in russische Einkaufszentren

IKEA plant, über zwei Milliarden Dollar in die Entwicklung von Einkaufszentren in Russland zu investieren

Der größte Betreiber von Einkaufszentren in Russland, das Unternehmen „IKEA Centers Russia“, will mindestens 2,1 Milliarden US-Dollar in die Entwicklung und Modernisierung ihres Netzes von 14 Einkaufszentren im Land investieren. Das berichtete das Wall Street Journal (WSJ).

Die schwedische IKEA Centers Group hat bereits mehr als 50 Einkaufszentren unter anderem in Europa, Russland und China errichtet – mit dem Einrichtungskonzern IKEA als einem der Hauptmieter. Die IKEA Centers Group gehört zur IKEA Group.

In Russland sind die Malls unter dem Namen „MEGA“ bekannt. Die Leerstandsquote des Portfolios betrage dort nur rund 1,4 Prozent, gibt das Unternehmen an. Die MEGA-Zentren beinhalten demnach durchschnittlich 200 Geschäfte und ziehen jährlich 275 Millionen Besucher an. Hier finden Sie Details zu den 14 Standorten.

Größere Ausstellungsflächen

„Mehr Einzelhändler wollen mehr Platz, um ihre Produkte auszustellen“, sagte Olga Schewtsowa, Head of Sales and Commercial Development von IKEA Centers Russia, dem WSJ.

IKEA Centers habe langfristige Pläne, in den nächsten 10 Jahren mehr Malls weiter östlich in Russland zu entwickeln. Momentan liege der Fokus aber auf einer moderaten Expansion der bestehenden Räumlichkeiten. Zwei Malls in Moskau werden bereits neu entwickelt: MEGA Teply Stan and MEGA Khimki. Dabei soll der vermietbare Platz jeweils um 15 bzw. 20 Prozent erhöht werden. Der neue Raum soll sich an Mieter aus dem Mode-, Spielzeug-, Elektronik-, Unterhaltungs- und Food-Bereich richten.

Größere Bereiche für Essen und Trinken sollen für längere Aufenthalte sorgen

Als Teil dieser Investition soll die Fläche für Essen und Trinken in den bestehenden MEGA-Zentren fast verdoppelt werden, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Damit soll das Shopping-Erlebnis über das reine Einkaufen hinaus verbessert werden. „Es soll ein Ort zum Treffen, Entspannen werden. Dort soll man Zeit mit seinen Freunden und der Familie verbringen – das stellt sicher, dass die Kunden länger in unseren Zentren bleiben, sodass die Mieter das beste aus dieser Möglichkeit machen können.“

Investitionen trotz schwieriger Lage der Einkaufszentren in Russland

Diese groß angelegten Investitionen in Einkaufszentren in der Krise überraschen jedoch vor dem Hintergrund eines rückläufigen Konsums der russischen Bevölkerung und einer dadurch zuletzt eher schwachen Entwicklung der Einkaufszentren in Russland.

Moskauer Einkaufszentren hatten 2015 laut einem Bericht der Immobilienberatung Jones Lang LaSalle (JLL) einen Leerstand von 8,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr seien die freien Flächen um 2,3 Prozent gewachsen.

JLL zufolge seien die Mietpreise in den Zentren im dritten Quartal 2015 um 15 Prozent gefallen. Die durchschnittliche Monatsmiete pro Quadratmeter lag zum Zeitpunkt des Berichts im Januar zwischen 300 und 1.200 Dollar pro Quadratmeter. Für 2016 erwartete das Unternehmen, könne der Leerstand zehn Prozent erreichen und sich damit dem Rekord von 2010 mit elf Prozent nähern.

[accordion open_icon=“remove“ closed_icon=“plus“] [/su_spoiler]Quelle: Flickr-Nutzer Tim@SW2008 (CC BY-NC-ND 2.0)[/su_spoiler]