Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Rufil Russia Consulting

Simon SchüttVon

Ikeas Rechtsstreitigkeiten in Russland „könnten Investitionsprojekte verlangsamen“

Ikea hat am 30. August 2016 auf die andauernden Rechtsstreitigkeiten in Russland reagiert, indem es mit Investitionskürzungen im Land drohte. „Gewisse Vorgänge in jüngster Zeit“ könnten Investitionsprojekte verlangsamen, hieß es vom schwedischen Möbelkonzern am gestrigen Dienstag. Momentan gebe es Pläne, mehr als 100 Milliarden Rubel (rund 1,38 Milliarden Euro) in Russland zu investieren.

Zuvor hatte ein Gericht in Smolensk Ikea verurteilt, 507 Millionen Rubel (7 Millionen Euro) Strafe an den Geschäftsmann Konstantin Ponomarew zu zahlen. Bei dem bereits zehn Jahre andauernden Streit ging es um die Stromversorgung der Ikea-Filialen in St. Petersburg. Ikea kündigte an, gegen die Entscheidung vorzugehen.

Der Konzern strengte seinerseits bereits fünf Verfahren wegen Betrugs gegen Ponomarew an, die aber eingestellt wurden.

Über 500 Verfahren gegen Ikea in Russland

Das Verfahren ist bei weitem nicht das Einzige gegen Ikea in Russland. Laut dem Magazin „Dengi“ sind es derzeit rund 500. Der Kommersant spricht von insgesamt 560 Fällen.

Erst im August war Ikeas Russland-Hauptquartier in Chimki durchsucht worden (Ostexperte.de berichtete). Dabei ging es darum, ob das Grundstück auf dem sich das Gebäude der Zentrale befindet.

Oft Streit um Grundstücke

Meist geht es bei den Streitigkeiten um Grundstücke mit einer schwierigen Vergangenheit, schreibt der Kommersant. Ikea erhält oftmals Böden ehemaliger Kolchosen. „Diese Grundstücke haben eine verworrene und meist sehr lange Privatisierungsgeschichte hinter sich. Alle nötigen Unterlagen dafür sind nicht aufzutreiben“, erklärt Sergei Schumilow von der Rechtsberatung Infralex. Wir empfehlen dazu, diesen ausführlichen Artikel des Kommersant zu lesen, den RBTH auf Deutsch übersetzt hat.

Ikea ist seit 2000 in Russland und hat hier 14 Möbelhäuser. Russland ist einer der größten Märkte für die Schweden.

Titelbild

Quelle: Flickr-Nutzer ruben van eijk (CC BY 2.0)

Simon Schütt
Über den Autor

war von September 2015 bis September 2016 Chefredakteur bei Ostexperte.de.

Derzeit arbeitet er bei der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer. Bevor er zu Ostexperte.de kam, war er Redakteur der Moskauer Deutschen Zeitung. Dort schrieb er vor allem für das Wirtschafts-, das Digital- und das Moskau-Ressort.

Der Berliner hat in Wien Publizistik- und Kommunikationswissenschaft studiert und dort bei der Österreich-Ausgabe des Werbe-, Marketing- und Medien-Fachmagazins Horizont gearbeitet.