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„Hochqualifizierte Spezialisten“ in Russland

„Hochqualifizierte Spezialisten“ in Russland

Alexandra KostinaVon

Der Begriff „hochqualifizierter Spezialist“ (HQS) als arbeitsrechtliche Kategorie wurde in Russland 2010 eingeführt. Er ermöglicht russischen Unternehmen, ausländische Arbeitskräfte für die Zeit von bis zu drei Jahren mit verschiedenen Vorteilen, einschließlich eines vereinfachten Bewerbungsprozesses sowie einer Ausnahmeregelung bei den Einstellungsquoten zu beschäftigen.

Viele ausländische Staatsangehörige, die in Russland arbeiten, fragen sich, wie man den HQS-Status erhält. Ein Arbeitnehmer gilt in Russland als „hochqualifizierter Spezialist“, wenn er Arbeitserfahrung, Fähigkeiten oder Leistungen in einem bestimmten Berufsfeld vorweisen kann und sein Bruttogehalt mindestens 167.000 Rubel (derzeit ca. 2.900 Euro) pro Monat beträgt.

In der Praxis ist die Höhe des Gehalts ausschlaggebend. Die besonderen Arbeitserfahrungen, Fähigkeiten oder Leistungen des „hochqualifizierten Spezialisten“ werden ab diesem Mindestgehalt vorausgesetzt.

Allerdings gibt es Gruppen ausländischer Mitarbeiter, die davon ausgeschlossen sind: Wissenschaftler, Pädagogen und Mitarbeiter von Unternehmen mit Sitz in steuerprivilegierten Wirtschaftszonen und Häfen.

Vorteile des HQS-Status:

  • Erhalt von Arbeitserlaubnis ohne Arbeitserlaubnis-Quote;
  • Erhalt von Einladungen ohne Quote für Einladungsschreiben;
  • Arbeitserlaubnis wird für die Laufzeit des Arbeitsvertrages ausgestellt, aber für nicht mehr als drei Jahre;
  • Recht auf Erhalt von Aufenthaltserlaubnis für sich und die Familienmitglieder während der Gültigkeitsperiode des Arbeitsvertrages;
  • HQS kann 30 Tage nach einer Aufkündigung des Arbeitsvertrages mit dem aktuellen Arbeitgeber nach einem neuen Arbeitgeber suchen;
  • Einkommenssteuer in Höhe von 13 Prozent.

Folgende registrierte kommerzielle Unternehmen und Organisationen können ihre ausländischen Mitarbeiter als „hochqualifizierte Spezialisten“ einstellen:

  • In Russland und nach russischen Recht registrierte kommerzielle Unternehmen (z. B. Tochtergesellschaften internationaler Unternehmen);
  • Russische wissenschaftliche Organisationen, Fachhochschulen, Gesundheitseinrichtungen sowie andere Organisationen, die wissenschaftliche, wissenstechnische und innovative Tätigkeit, experimentelle Ausarbeitungen, Versuche, Personalverwaltung gemäß den staatlichen, zukunftsträchtigen wissenschaftlichen Entwicklungsrichtungen, Technologien in der Russischen Föderation ausüben, mit Akkreditierung in Fällen, die nach der russischen Gesetzgebung festgelegt sind;
  • Filialen ausländischer juristischer Personen, mit Akkreditierung nach Vorgaben der russischen Gesetzgebung.

Um den Status des „hochqualifizierten Spezialisten“ zu erlangen, bedarf es eines korrekt verfassten Arbeitsvertrags und einer Reihe weiterer Dokumenten. Die russischen, deutschen und internationalen Experten der Rufil Consulting unterstützen Sie gerne bei diesem Vorgang.


Autorin: Alexandra Kostina, RUFIL CONSULTING

Alexandra Kostina
Über den Autor

Alexandra Kostina ist Key Account & Sales Managerin bei RUFIL CONSULTING. Sie hat Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Banken sowie Finanzen und Sprachen an der MGIMO Universität in Moskau studiert. Die gebürtige Russin spricht fließend Englisch, Deutsch, Französisch und Spanisch.