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Autozulieferer Grammer wird nach China verkauft

Die bosnische Investorenfamilie Hastor verkauft ihren 19%-Anteil am deutschen Autozulieferer Grammer an den chinesischen Autoteile-Hersteller Ningbo Jifeng. Nun besitzen die Eigentümer der chinesischen Firma rund zwei Drittel am Unternehmen aus Amberg in der Oberpfalz.

Nach mehr als zwei Jahren zieht sich der Großaktionär Hastor aus dem bayerischen Automobilzulieferer zurück. „Als familiengeprägte mittelständische Beteiligungsgesellschaft müssen wir unsere Ressourcen dort einsetzen, wo wir die Möglichkeit zur unternehmerischen Gestaltung haben“, erklärte ein Sprecher der bosnischen Hastor-Investmentgesellschaft Cascade. Bis auf einen kleinen Rest habe man das Übernahmeangebot der chinesischen Jifeng-Eigentümerfamilie Wang angenommen. 

Grammer ist spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung von Komponenten und Systemen für die Pkw-Innenausstattung sowie von Fahrer- und Passagiersitzen für Offroad-Fahrzeuge, Lkw, Busse und Bahnen. Das Unternehmen beschäftigt rund 13.000 Mitarbeiter. Laut Medienberichten habe das Unternehmen lange Zeit versucht, den aktivistischen Großaktionär aus Bosnien abzuwimmeln. Derzeit streitet die Hastor-Gesellschaft Prevent unter anderem mit der Gewerkschaft IG Metall um die Schließung eines Werks und Personalabbau.

Laut FAZ dürfte der Einstieg von Cascade im Jahr 2016 rund 70 Millionen Euro Gewinn eingebracht haben. Damals sei die Aktie nur die Hälfte wert gewesen. „Seit ihrem Einstieg hat Cascade (…) den Vorstand der Grammer AG zu erhöhter Geschwindigkeit, Kostenreduzierungen, Effizienzsteigerungen und zur Schärfung der Unternehmensstrategie bewegen können“, erklärte der Investor. 

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Quelle: vchal / Shutterstock

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