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Google und Yandex beenden Zank um Android-Betriebssystem

Nach einer Beschwerde des Suchmaschinen-Anbieters Yandex hat die russische Kartellbehörde 2015 Ermittlungen gegen Google eingeleitet. Nun hat Google eine Lösung vorgeschlagen – und damit den zweijährigen Rechtsstreit beendet.

Das US-Unternehmen Google missbraucht seine Marktmacht, behauptete der russische Konkurrent Yandex vor zwei Jahren. Durch das von Google entwickelte Smartphone-Betriebssystem Android werde die Installation von Yandex-Angeboten auf Mobiltelefonen erschwert. Zudem echauffierte sich Yandex darüber, dass Google-Software auf Android-Geräten bei Auslieferung bereits vorinstalliert sei.

Ähnlich wie Google ist Yandex nicht nur als Suchmaschine bekannt. Yandex bietet zahlreiche Apps an, darunter Kartendienste und Übersetzungsprogramme. Das Unternehmen erklärte, dass Google die Vor-Installation von Yandex-Apps unterbinde. Android laufe auf 86 Prozent aller in Russland benutzten Mobiltelefone, schreibt das Handelsblatt.

Vor-Installation von Fremdsoftware

Im September 2015 hat die Kartellbehörde eingeräumt, dass Google einen Verstoß gegen russisches Wettbewerbsrecht begehe. Es sei problematisch, dass Google anderen Unternehmen verbiete, Fremdsoftware auf Android-Geräten vorzuinstallieren. Zudem stelle Google Bedingungen an Smartphone-Hersteller, die laut Kartellbehörde ungesetzlich seien.

Die Kartellbehörde hatte von Google eine Strafzahlung in Höhe von 438 Mio. Rubel (ca. 7,3 Mio. Euro) gefordert. Kurz darauf schlug der US-Technologiekonzern eine Lösung vor: Google werde künftig darauf verzichten, eine Exklusivität für Software auf Android-Geräten in Russland zu beanspruchen, heißt es in einer offiziellen Erklärung der Kartellbehörde.

Rechte von Drittanbietern

Ebenfalls werde Google darauf verzichten, die Vor-Installation von Fremdsoftware zu verbieten. Auch wolle das Unternehmen die Rechte von Drittanbietern stärken, indem bei Systemstart auch andere Suchmaschinen als Standard-Applikation angeboten werden. Für alle bereits auf dem russischen Markt kursierenden Smartphones werde Google ein entsprechendes Update bereitstellen.

Innerhalb von 60 Tagen dürfen sich Suchmaschinen-Anbieter in Russland an Google wenden, um bei der Implementierung des neuen „Auswahl-Fensters“ berücksichtigt zu werden, das anstelle des Google-Search-Widgets erscheinen soll. „Nutzern wird es möglich sein, jederzeit Einstellungen zu verändern und die Standard-Suchmaschine auszuwählen, die am ehesten ihren Bedürfnissen entspricht“, erklärt die Kartellbehörde.

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Simon Schütt

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