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Gerhard Schröder verzichtet auf Rosneft-Gehalt

Der deutsche Altbundeskanzler Gerhard Schröder verzichtet auf sein Gehalt als Aufsichtsratschef beim russischen Energiekonzern Rosneft. Dies berichtet die Wirtschaftszeitung Wedomosti unter Berufung auf den Konzernchef Igor Setschin.

Gerhard Schröders Engagement bei Rosneft sei ein wichtiger Beitrag zur deutsch-russischen Zusammenarbeit, erklärte Setschin. Die Entscheidung des Altbundeskanzlers, den Job als Aufsichtsratschef anzunehmen, sei ein „überlegter Schritt“ gewesen. Er basiere auf einem „Verständnis für die strategische Wichtigkeit“ der bilateralen Kooperation, die zur „langfristigen und nachhaltigen Entwicklung“ der Wirtschaft beitragen werde. Es könne kein Zufall sein, dass Schröder freiwillig auf sein Jahresgehalt von über 500.000 Dollar verzichte, so der Konzernchef.

Laut der Anwaltskanzlei „Nektorov, Saveliev & Partners“ seien die westlichen Sanktionen gegen Russland kein Grund für den Gehaltsverzicht. Stattdessen wolle Schröder seinen Kritikern beweisen, dass er kein weiteres Geld aus Russland annehme. Im vergangenen Jahr wurde der Altkanzler für seinen Job bei Rosneft scharf kritisiert. „Ich finde das, was Herr Schröder macht, nicht in Ordnung“, erklärte CDU-Chefin Angela Merkel. Auch der gescheiterte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz ging auf Distanz zu seinem Parteikollegen.

Besuch von Setschin und Schröder in Brandenburg

Am gestrigen Montag besuchten Schröder und Setschin die PCK-Raffinerie im brandenburgischen Schwedt. Nach Angaben von MOZ plant Rosneft, in den nächsten Jahren rund 400 Mio. Euro in der Uckermark zu investieren. Die Anlage gehört dem russischen Energiekonzern zu 54 Prozent. Sie sei eine der „modernsten Raffinerien, die es in Europa gibt“, lobte der Altkanzler.

Neben seinem neuen Job bei Rosneft ist Schröder Chef des Verwaltungsrates der geplanten Pipeline Nord Stream 2. Zudem ist er Vorsitzender des Aktionärsausschusses der Nord Stream AG, die für die Ostseepipeline Nord Stream 1 zuständig ist. Für seine Nähe zur russischen Wirtschaft und zum russischen Präsidenten Wladimir Putin musste er häufig Kritik einstecken.

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