Gehaltsentwicklung russischer Top-Manager: Trotz Krise meist gestiegen

Wie sich die Gehälter im Top-Management der größten russischen Unternehmen in der Krise entwickelt haben

Zwei Drittel der Top-Angestellten bei Russlands größten Firmen konnten 2015 einen Lohnanstieg verzeichnen – und das trotz der wirtschaftlich schwierigen Situation, berichtete RBC am Montag, den 23. Mai 2016.

Dazu untersuchte RBC die Gehälter von Top-Managern und Vorständen bei 15 der größten Unternehmen, die an der MICEX-Börse gelistet sind. Darunter etwa Gazprom, Sberbank oder der Mobilfunkanbieter MTS.

10 dieser 15 Firmen hoben die Löhne für ihre Führungskräfte 2015 an. Insgesamt beliefen sich die Verdienste auf 63,8 Milliarden Rubel (951 Millionen US-Dollar). Das sind 10 Prozent mehr als 2014 (58,1 Milliarden Rubel). 2013 waren es noch 56,5 Milliarden (13 Prozent weniger als 2014).

Gehaltserhöhungen nicht immer proportional zu Profitsteigerungen

Obwohl die Gehaltserhöhungen bei einigen Unternehmen mit einer Profiterhöhung einher gingen, seien sie nicht proportional zu den Bonuszahlungen der Gruppe als Ganzes gewesen, heißt es im RBC-Bericht. Trotz Gewinnen von 27 Prozent gegenüber 2014 lägen die Top-Firmen noch fünf Prozent hinter dem Vorkrisen-Niveau von 3,2 Billionen Rubel Gewinn (47 Milliarden Dollar).

Über eine satte Erhöhung ihrer Gehälter um 140 Prozent im Vergleich zu 2014 konnten sich die 13 Vorstandsmitglieder und 13 Direktoren bei Norilsk Nickel freuen. MMC Norilsk Nickel ist der weltweit führende Nickel- und Palladiumförderer. Die Gehaltszahlungen an das Top-Management dort stiegen auf insgesamt 3,7 Milliarden Rubel (55 Millionen Dollar). Der Nickel-Preis hat sich zwar seit 2013 halbiert, aber die Profite der Firma stiegen durch die Rubel-Abwertung um das Vierfache von 24,4 Milliarden Rubel (363 Millionen US-Dollar) auf 105,1 Milliarden (1,5 Milliarden Dollar), beruft sich RBC auf einen Unternehmenssprecher.

Die Direktoren der Moscow Stock Exchange zählten mit einer Erhöhung ihrer Gehälter um 55 Prozent zu den Gewinnern. Sie basierte auf erhöhten Firmengewinnen um 150 Prozent.

Severstal und MTS mit Lohneinbußen

Bei den fünf Verlierern mussten die Angestellten beim Stahlunternehmen Severstal die größten Lohneinbußen hinnehmen: Mit 600 Millionen Rubel (9 Millionen Dollar) für das Top-Management waren es hier 30 Prozent weniger als 2014 und zwei Mal weniger als 2013 (1,2 Milliarden Rubel). Und das trotz einer Profiterhöhung um das Zwölffache seit 2013. Der Rückgang der Löhne habe aber vor allem mit einer Restrukturierung und Verschlankung des Managements zu tun, teilte das Unternehmen mit.

Beim Telekommunikationsunternehmen MTS gingen die Gewinne um 3,5 Prozent zurück. Bereits 2014 waren sie sehr deutlich um 38 Prozent im Vergleich zu 2013 zurückgegangen. Dennoch sind die Löhne für die Chefetagen weitgehend gleich geblieben:

  • 2015: 855 Millionen Rubel
  • 2014: 797 Millionen Rubel
  • 2013: 883 Millionen Rubel

 

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