Patrick VolknantVon

Gaspipeline Turkish Stream: Putin gibt O.K.

Wie die Presseagentur TASS vermeldet, hat der russische Präsident Wladimir Putin am Dienstag ein Gesetz zum Bau der Gaspipeline Turkish Stream unterzeichnet. Sie soll die Türkei durch das Schwarze Meer direkt mit Russland verbinden.

Nachdem zuletzt die Staatsduma sowie der russische Föderationsrat das Projekt bereits abgesegnet haben, hat nun auch Putin den Weg zur geplanten Pipeline-Konstruktion freigemacht. Nach Deutschland ist die Türkei der größte Importeur russischen Gases und soll nun auf direkte Weise an den Versorger angeschlossen werden.

Kosten: 11,4 Milliarden Euro

Wie Gazprom im vergangenen September verlauten ließ, könnte der Bau einer ersten Leitung bereits bis zum Jahr 2019 abgeschlossen sein. Voraussichtlich 11,4 Milliarden Euro will man sich die Pipeline kosten lassen, deren Fassungsvermögen bis zu 15,75 Milliarden Kubikmeter betragen soll.

Ganze 910 Kilometer soll der Weg der Pipeline durch das Schwarze Meer führen, 180 Kilometer sind für die Strecke auf dem türkischen Festland geplant. Es ist außerdem zu erwarten, dass von ihrem Ziel in der Türkei aus noch weitere Verbindungen nach Europa angelegt werden.

Verbesserte Beziehungen zur Türkei

Durch die Pipeline würde sich Russland unabhängiger vom Gastransitland Ukraine machen, mit deren Regierung es sich derzeit im Konflikt befindet. Neben einer Verschlechterung der Beziehungen zur Ukraine mag das Projekt allerdings auch eine Verbesserung des türkisch-russischen Verhältnisses bedeuten. Dieses hatte nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei im Jahre 2015 unter Spannungen gelitten. Wegen des Pipeline-Deals kann man in der Türkei nun auf niedrigere Gaspreise hoffen.

Erdgas aus Russland wird derzeit über die Pipeline Blue Stream in die Türkei geliefert. Die Transportkapazität von Blue Stream beträgt maximal 16 Millionen Tonnen Erdgas pro Jahr. Das Pipeline-Projekt Turkish Stream könnte die jährliche Liefermenge erheblich vergrößern. Zudem müsste das Gas nicht durch ein anderes Transitland transportiert werden. Derzeit hat die Türkei kaum Alternativen zum russischen Erdgas.

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Quelle: kremlin.ru

 

Patrick Volknant
Über den Autor

ist Autor bei Ostexperte.de.

Der freie Journalist studierte Germanistik und Philosophie in Freiburg und Leipzig.