Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Simon SchüttVon

Medwedew verschiebt den geplanten Baschneft-Verkauf

Der russische Premierminister Dmitrij Medwedew hat auf Bitten von Rustem Chamitow, dem Präsident der russischen Teilrepublik Baschkortostan, die Privatisierung des teilstaatlichen Ölproduzenten Baschneft auf Herbst verschoben. Das teilte der Pressedienst Chamitows am Dienstag gegenüber TASS mit.

Der Premier habe die Entscheidung getroffen, die Deadline für die Privatisierung zu erweitern. Der Präsident habe das bestätigt, erklärte die Pressesprecherin Baschnefts ebenfalls. Zuvor hatte RBC darüber berichtet.

In Folge der Ankündigungen fielen die Aktien des Konzerns am 16. August und am Vormittag des 17. Augusts deutlich.

Baschkortostans Präsident schlug vor, die Privatisierung zu verschieben

Chamitow, der Präsident der Teilrepublik, hatte vorgeschlagen, die Privatisierung zu verschieben oder den zu privatisierenden Staatsanteil auf 25 Prozent zu reduzieren, sodass die sozialen Verpflichtungen gegenüber der Region eingehalten werden könnten. 25 Prozent der Baschneft-Aktien hält nämlich Baschkortostan.

Zuvor hatte Wirtschaftsentwicklungsminister Alexej Uljukajew angekündigt, dass die russische Regierung plane, ihre 50,08 Prozent der Baschneft-Anteile noch vor Jahresende zu verkaufen.

Streit: Darf Rosneft teilnehmen?

In der Regierung gibt es Spannungen wegen der Privatisierung Baschnefts. Der Streit dreht sich vor allem um die beiden größten Bieter, das Staatsunternehmen Rosneft und den Öl-Konzern Lukoil. Legal gesehen kann Rosneft an der Privatisierung teilnehmen, jedoch befindet sich die Muttergesellschaft Rosneftegaz zum Großteil in Staatsbesitz.

Offizielle äußerten sich bereits vermehrt kritisch gegenüber der Teilnahme von Quasi-Staatsunternehmen am Verkauf von Staatseigentum. Zwar soll Medienberichten zufolge der russische Präsident Putin seinem Verbündeten und Rosneft-Chef Igor die Teilnahme verboten haben, eine offizielle Stellungnahme dazu gibt es bislang aber nicht.

Die Entscheidung, die Privatisierung zu verschieben werde daher auch als Beruhigung der Streitigkeiten gesehen, schreibt der Kommersant.

Pikant ist auch: Rosneft ist selbst Teil des geplanten Privatisierungsprogramms.

Titelbild

Quelle: Autor: Black Pilot – собственная работа, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Simon Schütt
Über den Autor

war von September 2015 bis September 2016 Chefredakteur bei Ostexperte.de.

Derzeit arbeitet er bei der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer. Bevor er zu Ostexperte.de kam, war er Redakteur der Moskauer Deutschen Zeitung. Dort schrieb er vor allem für das Wirtschafts-, das Digital- und das Moskau-Ressort.

Der Berliner hat in Wien Publizistik- und Kommunikationswissenschaft studiert und dort bei der Österreich-Ausgabe des Werbe-, Marketing- und Medien-Fachmagazins Horizont gearbeitet.