Kristina RitterVon

Flixbus plant Markteintritt in Russland

Bald werden auch in Russland die grünen Busse den Fernverkehr aufmischen. Damit wäre Russland bereits das 29. Land, in dem das Start-up tätig ist.

Vergangene Woche verkündete das Unternehmen FlixMobility GmbH, nach Russland zu expandieren zu wollen. Zu FlixMobility gehören die Marken FlixTrain und FlixBus. Das Unternehmen befinde sich in Russland noch in einer recht frühen Geschäftsphase. Zwar existiert die Domain www.flixbus.ru schon, aber wann die ersten Fahrten in der Russischen Föderation angeboten werden sollen, wurde noch nicht bekanntgegeben. Fest steht jedoch, dass man sich zunächst auf die Moskauer Region konzentrieren möchte.

Die Geschäftsstrategie ist ähnlich zu der in Europa: Flixbus kooperiert mit lokalen Busunternehmen, stattet die Busse mit der nötigen Hard- und Software aus und garantiert, 50% der Plätze zu besetzen. Außerdem werden die Fahrer gesondert geschult, um einen länderübergreifenden Standard zu gewährleisten. Im Gegenzug zahlen die lokalen Betreiber ca. 30% ihrer Einnahmen an das Start up.

Russland ist nicht Europa

Die Historie von Flixbus liest sich wie eine Bilderbuchgeschichte: 2013 in München gegründet, 2015 die Übernahme des größten Konkurrenten in Deutschland, mehrere Expansionen pro Jahr und ein überwältigendes Monopol nach kurzer Zeit auf jedem Markt, den sie betraten. Im vergangenen Jahr hielt die FlixMobility GmbH in Deutschland 95% der Marktanteile.

So erfolgreich FlixBus auch in Europa sein mag, eins zu eins lässt sich das Geschäftsmodell nicht auf Russland übertragen. Wie jeder Markt besitzt auch der russische Mobilitätsmarkt einzigartige Eigenschaften. Große Herausforderungen sind beispielsweise die extremen Strecken zwischen den russischen Städten oder der traditionell starke Einfluss von Busterminals. Es wird außerdem spannend zu beobachten sein, wie sich das deutsche Unternehmen gegen lokale Anbieter von Busreisen etwa durch den Internetriesen Yandex behaupten wird. Aber auch die lokalen Anbieter haben Probleme sich an die heimischen Gegebenheiten anzupassen und profitabel zu werden. Vergangenen Monat hat Yandex seinen Bus- und Speditionsservice in Weißrussland eingestellt, ebenso wie den Speditionsservice in Russland.

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Titelbild: frantic00 / Shutterstock.com

Kristina Ritter
Über den Autor

Kristina Ritter ist Autorin bei ostexperte.de und absolviert seit Oktober 2018 ein Praktikum bei Artax Rufil Consulting in Moskau. Sie hat in Düsseldorf International Management studiert und lebte unter anderem in Köln und Buenos Aires.