Sanktionen: ExxonMobil stoppt Zusammenarbeit mit Rosneft

Wegen US-Sanktionen: ExxonMobil beendet Zusammenarbeit mit Rosneft

Der US-Mineralölkonzern ExxonMobil will seine Projekte mit dem russischen Energiekonzern Rosneft einstellen. Als Grund für den Rückzug gibt das Unternehmen die amerikanischen Sanktionen gegen Russland an. Dies berichtet das Wirtschaftsportal RBC.

Mit ExxonMobil hat der größte Gas- und Ölkonzern der USA beschlossen, die gemeinsame Suche nach neuen Kohlenwasserstoffvorkommen mit Rosneft zu beenden. Dies verkündete das Unternehmen in seinem jährlichen Bericht an die US-Börsenaufsichtsbehörde. Wie der Konzern mitteilte, habe man sich für den Schritt entschieden, um der Gangart der US-Sanktionen gegen Russland zu entsprechen. Durch die Absagen verliere man rund 0,2 Milliarden US-Dollar. „ExxonMobil ist gezwungen, das zu tun“, erklärte ein Sprecher des Konzerns laut der russischen Nachrichtenagentur TASS.

Beschluss bereits Ende 2017 gefallen

In seinem Jahresbericht teilt ExxonMobil mit, dass man bereits Ende 2017 den Beschluss gefasst habe, sich aus mehreren Kooperationen mit Rosneft zurückzuziehen. Die Entscheidung sei angesichts weiterer drohender Sanktionen getroffen worden. „Das Unternehmen glaubt, dass der offizielle Rückzug im Jahr 2018 beginnen wird“, heißt es in dem Schreiben. Das US-Unternehmen wird konkret Projekte zur Erkundung von Öl- und Gasfeldern in Westsibirien, im Schwarzen Meer und im Polarmeer zusammen mit Rosneft aufgeben. Die Kooperation im Rahmen von „Sachalin 1“ soll hingegen fortgesetzt werden. ExxonMobil hält einen Anteil von 30 Prozent an dem Öl- und Gasfeld im Pazifischen Ozean.

Die Kooperation mit Rosneft hatte es ExxonMobil laut des Berichts erlaubt, auf einer Fläche von rund 25,7 Hektar zu bohren. Dies entspricht in etwa dem Fünffachen der Fläche, die dem Unternehmen in den USA zur Verfügung steht. Der US-Konzern pflegte eine langjährige Partnerschaft mit seinem russischen Pendant. Seit 2014 geriet die Kooperation mit Rosneft jedoch in Schwierigkeiten, nachdem das US-Finanzministerium amerikanischen Unternehmen und Bürgern die Bereitstellung von Technologien für diverse russische Projekte untersagte. Dies resultierte im Herbst 2014 in einem Rückzug von ExxonMobil aus einem gemeinsamen Projekt am arktischen Schelf.

ExxonMobil in Vergangenheit abgestraft

Trotz der Sanktionen gegen Russland hatte das US-Unternehmen ursprünglich versucht, seine Joint-Ventures mit Rosneft fortzusetzen, die man noch unter dem heutigen Außenminister Rex Tillerson begonnen hatte. Das Finanzministerium sprach daraufhin eine Strafe von 2 Millionen Dollar (1,6 Millionen Euro) gegen ExxonMobil aus: Der Konzern habe in „rücksichtsloser Missachtung“ der verhängten Sanktionen agiert.

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[toggle title=“Titelfoto“ open=“yes“]Quelle: Kremlin.ru