Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Rufil Russia Consulting

Simon SchüttVon

Der einzige Russland-Flug von Eurowings wird Ende Oktober eingestellt

Wie der Kommersant berichtet, stoppt die Lufthansa-Tochter Eurowings ab der letzten Oktoberwoche 2016 die Flüge nach Russland. Die Billig-Airline sei aus „wirtschaftlichen Gründen nicht in der Lage, die Flüge nach Russland fortzusetzen“, erklärte das Unternehmen gegenüber der Zeitung. Die hohen Erwartungen seien nicht erfüllt worden, heißt es weiter.

Im Herbst- und Winterflugplan von Eurowings, der Ende Oktober eingeführt wird, taucht Russland nun nicht mehr auf. Eurowings begann im Oktober 2015 seine Linienflüge von Domodedovo nach Berlin – sechs Mal pro Woche. 2015 flogen 4,5 Millionen Menschen mit Eurowings, der Umsatz belief sich auf 1,9 Milliarden Euro.

Nachfrage rückläufig

Zuvor hatte AirBerlin angekündigt, seine Flüge nach Russland einzustellen und dies im Januar auch umgesetzt. Als Begründung nannte AirBerlin eine „rückläufige Nachfrage“. Zwischen Januar und Juni 2016 fiel der internationale Flugverkehr von Russland um knapp 30 Prozent auf 10,5 Millionen Passagiere (zu den abnehmenden Passagierzahlen bei Auslandsflügen lesen Sie auch diesen Artikel).

Im Sommer 2015 stoppte zudem Lufthansa seine Flüge in die russischen Regionen und zog sich vom Moskauer Flughafen Wnukowo zurück. Auch die österreichische Airline Niki (von Ex-Rennfahrer Niki Lauda; gehört zur AirBerlin Gruppe) hat die Direktflüge von Wien nach Moskau abgesagt.

Beliebteste Flüge nach Deutschland: Berlin, München und Düsseldorf

Laut Denis Walejew vom Flugportal Pososhok.ru kam es in den vergangenen zwei Jahren zu einem starken Nachfragerückgang von Flügen nach Deutschland. „Seitdem hat sich die Situation nicht grundlegend geändert“, sagte er dem Kommersant. Die beliebtesten Reiseziele seien Berlin, München und Düsseldorf, weil sich dort auch die Geschäftsaktivitäten konzentrierten.

Die Geschäftsreisen seien jetzt um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, ergänzte er (ohne genauer zu werden).

Titelbild

Quelle: Von Paul Spijkers , GFDL 

Simon Schütt
Über den Autor

war von September 2015 bis September 2016 Chefredakteur bei Ostexperte.de.

Derzeit arbeitet er bei der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer. Bevor er zu Ostexperte.de kam, war er Redakteur der Moskauer Deutschen Zeitung. Dort schrieb er vor allem für das Wirtschafts-, das Digital- und das Moskau-Ressort.

Der Berliner hat in Wien Publizistik- und Kommunikationswissenschaft studiert und dort bei der Österreich-Ausgabe des Werbe-, Marketing- und Medien-Fachmagazins Horizont gearbeitet.