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Ostexperte.deVon

Der Verkauf von Durex-Kondomen wurde in Russland aus bürokratischen Gründen verboten

Russland hat Kondome der Marke Durex in Russland vom Verkauf in Apotheken ausgeschlossen. Aber nicht etwa aus Gesundheitsgefahr, sondern aus bürokratischen Gründen. Das Produkt sei nicht richtig bei den Gesundheitsbehörden des Landes registriert worden, sagte Michail Muraschko, der Chef der Föderalen Gesundheitsaufsicht Rossdrawnadsor laut RBC. „Das Unternehmen muss sich an die Gesetze halten“, wird er zitiert.

Die Präservative der populären Marke könnten aber bald zurück auf dem Markt sein, wenn der britische Produzent Reckitt Benckiser den Registrierungsprozess richtig durchlaufe. Konkret sei das Registrierungszertifikat für „Durex“-Produkte für einen unendlichen Zeitraum ausgestellt, aber bei den weiterführenden Dokumenten seien keine Daten zu spezifischen Produktarten angegeben. Das bedeute, dass die Registrierung für sie nicht gelte.

Insgesamt sind elf der Produkte mit folgenden wohlklingenden Namen betroffen: Pleasuremax, Classic, Fruity Mix, Extra Safe, Elite, Long Play, XXL, Dual Extase, Sensation, Invisible und Real Feel. Insgesamt bietet Durex in dieser Kategorie 13 Positionen an. Andere Durex-Produkte wie etwa Gleitgels werden weiter in den Apotheken erhältlich sein.

Zum britischen Hersteller Reckitt Benckiser gehören in Russland auch Calgon, Clearasil und Vanish. Die Höhe der Umsätze gibt das Unternehmen für den russischen Markt nicht an. Durex ist aber hinter Contex die zweitbeliebteste Kondom-Marke auf dem russischen Markt und hat laut RBC einen Anteil von einem Viertel an den Kondom-Verkäufen im Land.

Möglicher Verlust von zwei bis drei Milliarden Rubel

Dem Direktor des Analyse-Unternehmens „RNS Pharma“, Nikolai Becpalow, zufolge könnte der Verlust zwei bis drei Milliarden Rubel (ca. 27-41 Millionen Euro) betragen, wenn sich Durex nicht mit der Behörde einigt. Der gesamte Markt für Präservative in Russland beläuft sich ihm zufolge auf 10 Milliarden Rubel.

Update: Das Unternehmen hat aber inzwischen alle notwendigen Unterlagen bei der Regulierungsbehörde eingereicht. Werfen die Zulassungsanträge keine Fragen auf, könnten die britischen Präservative bald wieder in den Regalen russischer Supermärkte zu finden sein.

Es werde aber nicht zu Versorgungsengpässen kommen, beschwichtigte Muraschko, denn Durex sei „nur eine der Marken“ unter mehr als 60 verfügbaren.

Beobachter sehen den Verkaufsstopp aber vor dem Hintergrund des Problems des Landes mit sexuell übertragbaren Krankheiten kritisch. Die Zahl der registrierten HIV-Fälle überstieg Ende 2015 die Marke von einer Million.

RBTH hat sich die teilweise sehr lustigen Reaktionen auf das Verbot im russischen Internet angesehen. Etwa: „Je suis Durex“.

Titelbild

Quelle: Flickr-User Rorro Navia (CC BY-ND 2.0)

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