Die verspielte Seite der Russen

Was bewegt das russische Spielerherz?

In Russland herrscht große Spielfreude, und das in jeder Altersgruppe. Nicht jeder möchte aktiv dabei sein, einige fiebern auch gern von außen mit, drücken die Daumen und jubeln, wenn das Lieblingsteam gewinnt. Glücksspiele sind im privaten Umfeld nicht tabu, allerdings herrscht ein offizielles Verbot – außer in den Sonderzonen. Was bewegt das russische Spielerherz?

Natürlich wird auch in Russland der Fußball ganz großgeschrieben, wie fast überall auf der Welt. Der Boom begann ganz zu Anfang des 20. Jahrhunderts – und hatte seinen Höhepunkt zu Sowjetzeiten, als die Nationalmannschaft der UdSSR die Europameisterschaft gewann und dreimal den zweiten Platz belegte. In den Jahren 1994, 2002 und 2014 qualifizierte sich Russland für die Weltmeisterschaft und 2018 diente es sogar als Gastgeberland. Auch sechs Europameisterschaften durfte das Land beherbergen, zuletzt im Jahr 2020. Bei der EM 2008 reichte es sogar zum Halbfinale, danach war leider Schluss. In den Arenen dieser Welt und vor den heimischen Displays jubeln und trauern die russischen Fans ähnlich wie ihre westlichen Kumpane. Seit 2014 sind Sportwetten im Land legal, das feuert die Begeisterung noch weiter an. Denn wenn eine gewisse Summe Geld ins Spiel kommt, steigt auch automatisch die Spannung und die Gefühle fahren Achterbahn – das ist ebenfalls ganz wie in Deutschland.

Der Hang zum Glückspiel ist groß – es fehlen die Optionen

Und noch eine andere Leidenschaft verbindet die Völker: der Hang zum Glücksspiel. Während Sportwetten noch recht viel durch Hintergrundwissen zu steuern sind, spielt beim Glücksspiel, wie der Name schon sagt, Fortuna eine noch bedeutendere Rolle. In den meisten Regionen Russlands ist diese Art des Vergnügens allerdings verboten, nur in den vier Sonderglücksspielzonen rollen die Kugeln im Roulettekessel. Hierbei handelt es sich um die die Region Altai an der Grenze zu Kasachstan, um Jantarnaja zwischen Litauen und Polen, um Asow am Schwarzen Meer und um Primorie im russischen Osten, nahe Wladiwostok. Dorthin zu gelangen, ist allerdings schwierig, weil die Orte weit abseits liegen. Online zu spielen wäre eine Alternative, zum Beispiel in einer Spielstätte, die bei onlinecasinosohnelizenz.com gelistet ist. Diese Casinos sind in Deutschland zugelassen, weil sie zwar nicht über eine deutsche, aber über eine EU-Lizenz verfügen, oftmals aus Gibraltar oder Malta. Die Anbieter sind also nach hohen Standards geprüft und reguliert – trotzdem lässt die russische Regierung hier keinen Ausweg. Bleibt nur noch die kleine Kartenrunde am heimischen Wohnzimmertisch, die sich wahrscheinlich niemand nehmen lässt.

Durak als traditionelles Kartenspiel für Kämpferische

Ein Kartenspiel mit langer Tradition ist Durak, zwei bis sechs Spieler nehmen daran teil. Das Kartenset besteht aus 36 Karten, am meisten zählt wie (fast) immer das Ass, am wenigsten die Sechs. Jeder Mitspieler erhält 6 Karten auf die Hand, dazu einen Trumpf. Dann geht es los mit Angriff und Verteidigung! Angriffe lassen sich mit einem passenden Trumpf oder mit höherwertigen Karten abwehren, jeder Teilnehmer ist darauf erpicht, seine Karten loszuwerden. Gewinner ist, wem genau das als Erstes gelingt. Verloren hat dementsprechend, wer zum Schluss die meisten Karten hält, diese Person wird zum “Narren” degradiert. Es ist nicht auszuschließen, dass die Mitspieler den einen oder anderen Rubel setzen, um die Spannung zu erhöhen. Auch andere Einsätze außer Geld können von Fall zu Fall willkommen sein. Irgendwie muss das Glücksspielverbot kompensiert werden, und in den eigenen vier Wänden ist immer noch der beste Ort dafür – wenn kein VPN für heimliche Online-Glücksspiele zur Verfügung steht.

Heterogene Spielkultur in einem weiten Land

Spiele sind und bleiben ein fester Bestandteil der russischen Kultur. Meistens sitzen die Teilnehmer dabei im Kreis, analog der traditionellen Kreistänze, die die Menschen immer eng zusammenbrachten. Uralte Klassiker wie das Durak feiern im modernen Russland ihr Revival, weil dieses Volk der Geselligkeit und der Spannung zugeneigt ist. Viele Traditionsspiele werden nur phasenweise oder regionsbezogen neu entdeckt, sie überschwemmen nicht das ganze Land. Aufgrund seiner unendlichen Weite hat sich Russland ohnehin eine wunderbare Heterogenität bewahrt, die sich auch auf das Spielgeschehen niederschlägt und an jedem Ort etwas anders ausschaut.

Das gilt auch für sportliche Spiele, die je nach Region recht unterschiedlich sind. Allerdings hat der Fußball landein, landauf die Nase vorn, überall, wohin man auch schaut. Relativ dicht darauf folgt das Eishockey, das besonders in Sowjetzeiten starke Blüten trieb. Basketball und Volleyball gehören ebenfalls zu Russlands Lieblingen und natürlich: Schach! Zwei Dickköpfe mit Hirn, die mit ihrem Hofstaat aufeinanderprallen, was kann schöner sein?

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