Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Rufil Russia Consulting

Dr. Daria Boll-PalievskayaVon

Eine Kolumne von Daria Boll-Palievskaya. Heute: Die Russen und die Propaganda.

Achtung, dieser Text kann Spuren von Ironie enthalten! 

Die spinnen, die Russen…

Sie essen Eis bei minus 30 Grad, trinken Wodka aus der Flasche und schlagen sich gegenseitig mit Birkenzweigen in der Sauna. Das weiß ja jedes Kind. Und sie fallen allesamt auf die Propaganda der von Putin gesteuerten Medien rein. Die Geschichte mit der Krim zum Beispiel…

Man weiß ja, dass Russland diesen Teil eines fremden Landes annektiert hat. Und man weiß es ja deshalb, weil hier zulande immer wieder von der Annexion der Krim gesprochen wird. Und wenn es in den 20.00 Uhr Nachrichten jedes Mal die „Annexion der Krim“ heißt, dann ist es so. Denn wenn etwas oft genug wiederholt wird, wird es dadurch wahr. Oder etwa nicht?

Egal, was die Russen über das Referendum erzählen, bei dem 97 Prozent der Krimbevölkerung für den Austritt aus der Ukraine waren. Oder laut dem amerikanischen Meinungsforschungsinstitut Pew Research Center 91 Prozent der befragten Einwohner der Meinung waren, dass das Referendum frei und fair verlaufen sei. Oder Argumente von Völkerrechtlern, die nicht vor der Annexion, sondern von einer Sezession sprechen.

Alles Propaganda

Die spinnen, die Russen

Strand auf der Krim (2008).

Die Russen behaupten sogar, die Halbinsel sei das ureigene russische Land, das Chruschtschow 1954 der damals zu der Sowjetunion gehörenden Ukraine geschenkt hat. Und zwar anlässlich des 300-jährigen Jubiläums der Zugehörigkeit der Ukraine dem russischen Staat. Alles Propaganda.

Außerdem, warum argumentieren die Russen immer mit Geschichte? Ja, klar, dieses „Geschenk“ war in keiner Weise rechtens und hat gegen die sowjetische Verfassung verstoßen. Aber was hat das alles mit der heutigen Situation zu tun? Diese ewigen „warum und weshalb“. Und aus der Geschichte hat man sowieso noch nie gelernt.

Ausschluss russischer Athleten von den Paralympics: Das System

Oder nehmen wie jetzt den Ausschluss der russischen Mannschaft von Paralympics in Rio. Es gibt zwar genau drei (3) juristisch bewiesene Fälle des Dopingmissbrauchs bei den behinderten Sportlern in Russland in den letzten vier Jahren, aber wer interessiert sich schon für solche Kleinigkeiten, bewiesen oder nicht!

Verdächtigt – das ist das Wesentliche! Der McLaren-Report konnte zwar keine konkreten Beweise für die Verstöße der russischen Mannschaft vorlegen (ganz davon abgesehen, dass es sich dabei gar nicht um die Sportler der Paralympics handelte), aber der ganzen Welt ist klar, es steckt ein System dahinter. Und zwar das System Putin!

Touristen auf der Krim: Momentaufnahme

Man kann wirklich froh darüber sein, dass die Medien in Deutschland immer unabhängig und unparteiisch über Russland berichten. Zum Beispiel diese Sendung auf einem Nachrichtensender, wo es darum ging, dass die Strände auf der Krim leer bleiben.

Laut aktuellen Zahlen, haben vier Millionen Touristen Krim besucht, das sind 26 Prozent mehr, als im Jahre 2015. Aber das ist natürlich die russische Statistik, und sie kann nur gefälscht sein. Eine Freundin von mir aus Moskau hat zwar ihren Urlaub auf der Krim verbracht.  Und ihre entfernten Verwandten auch. Sie berichteten über volle Hotels und Restaurants. Es kann sich aber nur um eine Momentaufnahme gehandelt haben.

In Sibirien liegt immer Schnee

Apropos Urlaub und Sommer. Dieser Sommer war in Russland der heißeste seit 150 Jahren. In Moskau herrschten fast den ganzen Juli und die erste Augusthälfte tropische Temperaturen über 33 Grad.

Höchstwahrscheinlich handelte es sich wieder um Putins Propaganda. Denn jedem normaldenkenden Menschen in Deutschland ist klar, dass Russland gleich Sibirien ist.

Und in Sibirien liegt ja immer Schnee!

Fotoquelle

Quelle:

Titelbild: Von EveryPicture – Eigenes Werk, CCo 1.0

Strand auf der Krim: Flickr-Nutzer Jean & Nathalie (CC BY 2.0 )

Dr. Daria Boll-Palievskaya
Über den Autor

studierte in Moskau und Köln neben Philologie und Germanistik auch die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der deutschen und der russischen Kultur.

Heute unterstützt sie als freiberufliche Trainerin und Beraterin für interkulturelle Kommunikation deutsche Unternehmen beim Russlandgeschäft. Gleichzeitig veröffentlicht sie Fachbücher zu diesem Thema. Ihr aktuelles Buch heißt „Russische Frauen: Innen- und Außenansichten“ (Partner-Link).

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