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Ausstellung über deutsche Unternehmen in Russland

Ein Gastbeitrag von Lothar Deeg, St. Petersburg

Im Rahmen der 16. Deutschen Woche in St. Petersburg präsentiert die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer die Freiluft-Foto-Ausstellung „Die Russland-Meister“ über deutsche Unternehmen, die mit Erfolg in Russland aktiv sind.

Ob Onlinehandel mit modischer Kleidung oder Produktion von Automobilen, ob Herstellung von Waschmitteln oder Zucht von Saatkartoffeln, ob Gasförderung oder Glasfassaden – das Tätigkeitsfeld der deutschen Wirtschaft ist so weit und vielfältig wie ganz Russland. Davon kann man sich gegenwärtig in einer Fußgängerzone im Herzen von St. Petersburg im buchstäblichen Sinne ein Bild machen: Dort präsentiert sich eine Auswahl der „Russland-Meister“ – zwei Dutzend der über 4000 in Russland tätigen deutschen Unternehmen. Etwa 30 großformatige Fotos und knappe Texte auf Russisch, Deutsch und Englisch geben Passanten und Stadtbummlern einen Einblick  in das Profil ausgewählter deutscher „Meisterbetriebe“.

Die Schautafeln gleich neben dem legendären Delikatessengeschäft der Brüder Jelissejew stellen dabei nur eine Art Appetithappen dar: In vollem Umfang präsentiert sich diese professionell fotografierte und zugleich sehr lesefreundlich aufbereitete Leistungsschau der deutschen Wirtschaft permanent im Internet unter www.russlandmeister.ru. Konzipiert und umgesetzt wurde das Projekt 2018 von der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Auch wenn sich die deutsche Nationalelf damals bekanntlich nicht mit Ruhm bekleckerte, so seien die deutschen Unternehmen in Russland nachweislich doch „Champions der Lokalisierung“, so AHK-Vorstandsvorsitzender Matthias Schepp bei der Ausstellungseröffnung. Die deutsche Wirtschaft sei trotz aller Sanktionshemmnisse in den letzten Jahren dem russischen Markt treu geblieben und leiste mit Direktinvestitionen von über 2 Mrd. Euro jährlich einen stetigen Beitrag zur Aussöhnung und Kooperation beider Länder, sagte Schepp.

Siemens gründete 1851 die erste Niederlassung in Russland

Letztes Jahr wurde die Foto-Ausstellung in Moskau und Sotschi gezeigt, St. Petersburg ist  nun der dritte Standort – und für die deutsche Wirtschaft ein wichtiger Standort mit langer Tradition: Schon 1851 gründete Siemens eine Niederlassung in St. Petersburg und baute entlang der zeitgleich entstehenden Bahnlinie von der Zaren-Hauptstadt nach Moskau ein Telegraphen-System auf. „Schon wenige Jahre später generierte der russische Markt 90 Prozent des Umsatzes von Siemens“, sagte Wladimir Nikitenko, der Direktor der Nordwest-Filiale der AHK. Heute habe der deutsche Technologie-Konzern drei Produktionsstandorte in St. Petersburg und dem umliegenden Leningrader Gebiet, so Nikitenko.

„Disziplin und schöpferischer Mut“  habe die in St. Petersburg seit jeher tätigen deutschen Unternehmer ausgezeichnet, ergänzte Ute Katzsch-Egli,  die Leiterin des Wirtschaftsreferats des deutschen Generalkonsulats in der Newa-Metropole: Bis zu 50.000 Deutsche hätten in der Zarenzeit in der Stadt gelebt, „viele Bäcker, aber auch Heinrich Schliemann hat sich hier als Händler das Geld verdient, mit dem er später Troja ausgrub“.

Die Foto-Ausstellung „Die Russland-Meister“ zeigt, dass Russland auch heute wieder ein fruchtbarer Boden für ökonomischen Pioniergeist und eine beiden Ländern förderliche intensive wirtschaftliche Zusammenarbeit ist. Die Schau ist noch bis zum 22. April in der Malaja Sadowaja Uliza, einer Seitenstraße des Newski Prospekts, zu sehen.

Fotoquelle

Titelbild: Artjom Pitkewitsch

 

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