Die Russen und das Internet

Was Russen für ihre Freiheit im Internet tun

Es scheint wie ein Konflikt ohne Ende: die russische Regierung gegen das Internet. Obwohl Russland als Vorreiter in Sachen Informatik und Programmieren gilt, hadert der Staat immer wieder mit den Freiräumen des World Wide Web. Dem flächenmäßig größten Land der Erde fällt es nach wie vor schwer, seine Politik- und Wertvorstellungen mit den schier grenzenlosen Freiräumen des Internets in Einklang zu bringen. Während die Regierung immer wieder Webseiten blockiert und Messenger-Dienste sanktioniert, greift die Bevölkerung längst auf wirkungsvolle Alternativen zurück. 

Eigentlich könnte alles wunderbar einfach sein. Das Internet als einfachstes Kommunikationsmittel, was Menschen überall auf der Welt verbindet und das Leben erleichtert. Was in den letzten Jahrzehnten unser Leben auch deutlich vereinfachte und viele neue Freiheiten schuf, zeigt aber auch wie unterschiedlich die Länder und Menschen dieser Welt noch sind. Denn Freiheiten werden oft unterschiedlich definiert. Grade in Russland wird das immer wieder sichtbar. Für die russische Regierung ist das Internet nicht nur Freiraum seiner Bürger – sondern auch Gefahrenquelle und unberechenbarer Widersacher. Insbesondere soziale Netzwerke erregen häufig Unmut und Besorgnis der russischen Behörden. Zum Beispiel der US-Nachrichtendienst Twitter. Das Netzwerk ist ihnen schon länger ein Dorn im Auge, zuletzt wurden sogar erstmals Sanktionen verhängt. Grund: mittels des Nachrichtendienstes würden anstößige Inhalte zu Pornographie, Prostitution und Rauschgift verbreitet, und dieser würde sie nicht löschen – so die Anklage der russischen Medienaufsicht Roskomnadsor vor wenigen Wochen. Roskomnadsor beklagt: man habe seit 2017 bereits über 28.000 Beschwerden geschickt, mehr als 3100 verbotene Inhalte seien aber weiter erreichbar. Die Sanktionen fielen dann gemäßigt aus: das Laden von Videos und Fotos wurde verlangsamt, die Seite blieb aber weitestgehend funktionsfähig. Dabei waren die Drohungen groß – die Medienaufsicht betonte, sie habe Gründe für eine vollständige Blocke von Twitter. Denn: der Nachrichtendienst gehöre solchen Internetdiensten an, die „Stabilität, Sicherheit und Integrität“ des russischen Internets bedrohen würden.

Westliche Medien argumentieren dagegen: Russland wolle soziale Netzwerke nur abschalten, um Regimekritiker mundtot zu machen und Proteste zu unterbinden. Und die Russen selbst? Viele sind genervt, des Themas müde und wollen einfach nur einen unbeschwerten Alltag – inklusive uneingeschränkter Internetnutzung. Verbraucherschützer raten der Bevölkerung deshalb zum Einsatz von VPN-Umgehungen (Virtual Private Network). Denn die Internetaufsicht blockiert und bremst nicht nur Twitter. Auch TikTok und YouTube bekamen schon die harte Hand russischer Gerichte zu spüren: die chinesische Videoplattform TikTok wurde zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sie Protest-Aufrufe von Anhängern des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny an Jugendliche nicht gelöscht hatte. VPN-Verbindungen sollen dabei helfen, vom Staat sanktionierte Seiten weiterhin nutzen zu können. Sie sind dabei sinnvoll für alle Altersgruppen. Jugendliche können blockierte Videos ihrer Lieblings-Influencer auf YouTube schauen, Erwachsene ihre Karriere mit Profilen bei LinkedIn pushen (auch das Karriereportal wird von staatlichen Internetwächtern in Russland kritisch beäugt). Und deutsche Expats in Moskau am Sonntagabend in aller Ruhe live den Tatort sehen. Für viele ist das echte Freiheit. Doch auch die VPN-Anbieter hat Russlands Internetaufsichtsbehörde schon auf dem Kieker. Zahlreiche Anbieter wurden aufgefordert, den Datenverkehr über staatliche Server zu lenken – und damit ihr Kernangebot zu blockieren.

Alternative Freiheit

Doch die Verschlüsselungsexperten bleiben hartnäckig, und bieten auch in Russland weiter VPN-Dienste an. Einer von ihnen ist der aufstrebende Marktneuling Surfshark VPN, der in den letzten zwei Jahren eine steile Karriere hinlegte. Während andere Anbieter versuchen, ein möglichst großes Netzwerk abzudecken, legen die VPN-Experten von Surfshark besonders viel Wert auf Datenschutz und eine starke Verschlüsselung, kurzum: Sicherheit! Deshalb erfreut sich der Anbieter auch bei deutschen Nutzern größter Beliebtheit – und bekommt immer wieder Bestnoten in VPN-Tests (Computer Bild, CNET, Techradar, vpnoverview). Kunden schätzen außerdem das breite Angebot, was von Whitelister-Funktionen (VPN-Umgehung für ausgewählte Apps) und Kill-Switch bis zur Freischaltung zahlreicher Streamingdienste reicht. Außerdem stellt Surfshark über 3200 Server in 65 Ländern zur Verfügung, was ein solides Netzwerk ausmacht. Attraktiv ist dabei der Preis von Surfshark VPN – momentan kostet der VPN-Dienst knapp 2€ im Monat, bei Abschluss eines 2-Jahresabos. Für viele dürfte auch das Firmen-Motto von entscheidender Wichtigkeit sein: „Privatsphäre ist ein Recht, kein Privileg“. Russlands Internetaufsichtsbehörde sieht das wahrscheinlich nicht ganz so eng.

Wer beim Streit um die Internetfreiheiten in Zukunft am längeren Hebel sitzt, weiß wohl niemand so genau. Aber eins ist sicher: ohne geht es nicht mehr. Das wird auch irgendwann der mächtigste Mann im größten Land der Welt einsehen müssen. Gerüchten zufolge besitzt Wladimir Putin keinen eigenen Computer, und auch kein Smartphone. Dabei wäre es so einfach.

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