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Die ESports-Landschaft in China – ein Überblick

Die Videospielbranche hat die Filmindustrie längst überholt. Bereits im Jahr 2019 belief sich der gesamte, weltweite Umsatz der Industrie auf über 120 Milliarden US-Dollar. Experten prognostizieren ein Wachstum dieses Trends und einen in Zukunft noch größeren Abstand zwischen den Marktanteilen von Filmen und Games.

Die steigende Popularität ist jedoch nicht nur auf den Kauf von Privatpersonen zurückzuführen. YouTuber, Livestreamer und auch professionelle Gamer verfügen mittlerweile über Reichweiten und Netzwerke, die Videospiele auf eine neue Art und Weise zum Beruf machen können. Letztere Gruppe verdient ihren Lebensunterhalt mit “ESports” – ein Phänomen, in welchem das Land China zu den führenden Vertretern der Welt gehört.

Die Regierung erkennt die Branche an

Im Februar des Jahres 2019 sorgte die chinesische Regierung für Schlagzeilen, als sie die Berufsbilder “ESports-Profi” und “ESports-Operateure” als offizielle Jobtitel anerkannten. Auch im Bereich der Bildung tragen neue Hochschulstudien mit ESports-Schwerpunkt zum Wachstum innerhalb Chinas bei.

Dieser Schritt ist angesichts der wirtschaftlichen Vorteile jedoch auch eine nicht wirklich überraschende Entscheidung. China gehört gegenwärtig hinter den USA und Südkorea zu den größten Märkten dieser Welt und wird Südkorea in naher Zukunft wohl überholen. Bis zum Jahr 2023 prognostizieren Experten des Gebiets ein Wachstum von sage und schreibe 21 Prozent.

Die Zahlen sprechen für sich

Der Umsatz an Geldern im ESports-Bereich ist im Land der aufgehenden Sonne seit Jahren mit einer kontinuierlichen Steigerung verbunden. Der Unterschied von 2016 auf 2017 ist dabei besonders bemerkenswert: 68 Millionen Euro wuchsen auf insgesamt 105 Millionen Euro an. Im Jahr 2019 betrug der gesamte Umsatz über 200 Millionen Euro, in etwa die Hälfte des amerikanischen Spitzenreiters.

Die professionellen Spieler von “FIFA”, “Fortnite” und Co. können von den großen Summen innerhalb des Landes ebenfalls profitieren. Nicht nur die teuren, genutzten PCs, welche die schnellsten Grafikkarten besitzen und auch Prozessoren auf Höchstniveau brauchen, können finanziert werden. Dank der großzügigen Preisgelder kann die Teilnahme an mehreren Turnieren eine lukrative Karriere bedeuten. Ein nennenswertes Beispiel ist das im vergangenen Jahr in Chongqing abgehaltene “Alisports WESG”-Turnier. Bei diesem Wettbewerb befanden sich über zwei Millionen Euro im Geldtopf.

ESports würde in China ebenso wie in anderen Teilen der Welt nicht funktionieren, wenn es keine begeisterte Fangemeinde gäbe. In diesem Aspekt hat China sich bereits den ersten Platz gesichert. Von den weltweit über 200 Millionen enthusiastischen Zuschauern stammen 75 Millionen aus dem Land der Mitte.

Expansionen lassen nicht auf sich warten

Dass die chinesische Regierung das Potenzial nicht nur erkannt hat, sondern auch nutzen möchte, geht aus den bisherigen Schritten der Entscheidungsträger hervor. Um seine Position als Wirtschaftsmacht zu stärken, wurden bereits 2018 die Bauarbeiten der “ESports-City” in Hangzhou begonnen. Das bislang knapp 250 Millionen Euro schwere Projekt bietet Veranstaltungshallen aber auch Trainingsorte, welche für die kommenden Wettbewerbe genutzt werden können.

Das bislang eröffnete Areal stellt jedoch nur einen winzigen Aspekt des Gesamtprojekts dar. Die derzeit zugängliche Fläche von derzeit 17.000 Quadratkilometer wird aller Voraussicht nach noch um ein Vielfaches wachsen. Die Gesamtausgaben werden dabei auf knapp 2 Milliarden Euro geschätzt.

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Titelbild: dife88 auf Pixabay

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