Die Bedeutung von Sport in Russland

Russlands wichtigste Sportarten

Ob auf dem Rasen oder der Eisfläche, in der Halle oder dem Becken: Sport hat in Russland einen hohen Stellenwert. Insbesondere der Leistungssport genießt höchstes Ansehen in der Bevölkerung – und ist auch eng mit der Politik verbunden. Welches sind die wichtigsten Sportarten in Russland?

Sport und Politik sind eng verbunden. Sport ist eine Form, das eigene Land nach außen zu repräsentieren und die eigene Bevölkerung in eine positive Stimmung zu versetzen. Das beeinflusst natürlich das Kauf- und Konsumverhalten und glückliche Arbeiter sind auch produktiver. Dadurch können starke sportliche Errungenschaften die wirtschaftlichen Leistungen eines Landes fördern. Natürlich können erfolgreiche Sportevents auch eine Bevölkerung vereinen und den Patriotismus stärken. Das weiß man auch in Russland. Dort will man mit guten Sportleistungen die Konkurrenzfähigkeit des eigenen Landes zeigen und dadurch einen höheren Stellenwert in der Welt einnehmen. Wir schauen uns drei Bereiche des Sports an, die von dem Land gefördert werden.

Fußball

Fußball war in Russland schon immer stark politisiert. Nachdem es vor der Revolution von Engländern in das Land gebracht wurde, wurde es von der sowjetischen Regierung gefördert und erste Vereine gegründet. So gründete die Armee CSKA Moskau, Eisenbahnarbeiter Lokomotiv Moskau und der Geheimdienst Dinamo Moskau. Einzig Spartak Moskau wurde von Nikolai Starostin gegründet und was als das „Team of the People bekannt. Mit der Zeit war Spartak das erfolgreichste Team im Lande. Mittlerweile ist die Liga ausgeglichener als zum Beispiel in Deutschland, wo bei Betway Sportwetten Bayern München mit einer Quote von 1,22 der Favorit auf eine neunte Titelverteidigung in Folge ist. Das Gewinnerteam steht hier im Gegensatz zu Russland oft schon im Vorhinein fest. In Russland hat zwar Zenit St. Petersburg die vergangenen drei Meisterschaften gefeiert, aber auch Lokomotiv, Spartak und CSKA konnten in den vergangenen Jahren Titel feiern. International konnten russische Teams aber seit der Gründung von Russland weniger mit westlichen Ländern mithalten. Einzig Zenit St. Petersburg konnte im Jahr 2008 mit dem Sieg des UEFA-Pokals aufzeigen. Da helfen Erfolge der Nationalmannschaft über diese Flaute hinweg. So konnte das Team 2008 bei der Europameisterschaft das Halbfinale erreichen und 2018 bei der Heim-Weltmeisterschaft das Viertelfinale. Vor allem der letzte Erfolg hat eine spezielle Bedeutung im Land, weil das Turnier in Russland ausgetragen würde. Nicht nur für die Bevölkerung war es eine positive Erfahrung, durch den Bau von neuen Stadien wurde viel Geld in die Infrastruktur investiert, was der Wirtschaft einen Aufschwung gab.

KHL

Die KHL ist einer der Nationalstolze im Land. Eishockey ist die Nationalsportart und wird von 77.000 Menschen in Russland regelmäßig betrieben. Darum liegt auch ein besonderer wirtschaftlicher Schwerpunkt und Stolz der Nation auf der KHL und Siegen der russischen Nationalmannschaft bei internationalen Bewerben. Seit dem Zerfall der Sowjetunion konnten fünf Weltmeisterschaften gewonnen werden, die Siegesliste bei Weltmeisterschaften führt man gemeinsam mit Kanada an. 1992 und 2018 (als olympische Athleten aus Russland) konnten zusätzlich Goldmedaillen bei der Olympiade gewonnen werden. Bei der KHL fällt vor allem der Konkurrenzkampf mit der Nordamerikanischen NHL auf. Um die besten Spieler im Land halten zu können, werden oft hohe Ablösesummen gefordert und auch der russische Wehrdienst bereitet Schwierigkeiten für einen Wechsel nach Amerika. Gehen Spieler ins Ausland werden sie vorübergehend vom Wehrdienst befreit. Bei einer kurzen Rückkehr ins Land werden sie dann jedoch oft eingezogen. Seit einigen Jahren gibt es ein Transferabkommen mit der NHL. Dadurch garantieren beide Ligen gegenseitigen Respekt gegenüber gültigen Spielerverträgen. Dadurch werden Transfers fairer gestaltet und mehr russische Stars können in der Liga gehalten werden.

Olympische Spiele

Derzeit treten russische Athleten bei Olympischen Spielen ohne Flagge an, aber können als olympische Athleten aus Russland Medaillen gewinnen. Ein guter Platz im Medaillenspiegel ist wichtig für die Vertretung von größeren Ländern. So will Russland natürlich viele Medaillen gewinnen und vor konkurrierenden Ländern bleiben. Dieses Jahr konnte man am Ende Platz fünf erreichen, 2016 Platz vier. Das beste Abschneiden bei Olympiaden war im Jahr 2004 und bei den Olympischen Winterspielen 2014, als man jeweils den Medaillenspiegel gewann.

Sportliche Höchstleistungen helfen die Stimmung im Land verbessern. Diese sind dann der Politik wohlgesonnener, konsumieren mehr und kurbeln die Wirtschaft damit an. Russland ist vor allem bei Olympischen Spielen immer eine Topnation. Diese Leistungen werden von der nationalen Politik auch vorangetrieben und gefördert. Auch beim Nationalsport Eishockey gibt es eine starke Förderung. Um dabei auch weltweit eine konkurrenzfähige Liga zu haben, probiert man die stärksten Spieler in der KHL zu halten. Natürlich funktioniert das nicht immer. So spielt der wahrscheinlich beste russische Eishockeyspieler Alexander Ovechkin für die Washington Capitals in der NHL. Trotzdem ist Ovechkin bei jeder möglichen Weltmeisterschaft und Olympiade dabei. Um Erfolge zu gewinnen und das Land so positiv wie möglich nach außen zu repräsentieren.

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