Nachrichten zur Wirtschaft in Russland

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Rufil Russia Consulting

Thorsten GutmannVon

Am 13. Dezember 2016 haben Sie die Möglichkeit, die Redaktion von Ostexperte.de persönlich kennenzulernen. Ostexperte.de ist offizieller Medienpartner des 2. Deutsch-Russischen Mittelstandstags in Hamburg. Kontaktieren Sie uns jetzt und vereinbaren Sie einen Termin mit uns. 

Exklusiv-Interview mit Dr. Thomas Overbeck, dem Präsidenten des Deutsch-Russischen Wirtschaftsbunds

Im Interview mit Ostexperte.de spricht Dr. Thomas Overbeck, Präsident des Deutsch-Russischen Wirtschaftsbunds, über den 2. Deutsch-Russischen Mittelstandstag am 13. Dezember 2016 in Hamburg, die Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern, Investitionen im Russlandgeschäft und Lobbyarbeit.


Dr. Thomas Overbeck

Dr. Thomas Overbeck, Präsident des Deutsch-Russischen Wirtschaftsbunds. Foto: zvg

Was leistet der Deutsch-Russische Wirtschaftsbund?

Wir schaffen lebendige Plattformen für mittelständische Unternehmen im Wirtschaftsverkehr mit Russland und der Eurasischen Wirtschaftsunion, beleuchten sehr unterschiedliche Aspekte und vertreten die Interessen unserer Mitglieder gegenüber der Politik insbesondere in Brüssel. Russland bleibt für viele Tausend Mittelständler unverzichtbar und ein spannender Absatzmarkt.

Wie sieht Ihre Lobbyarbeit aus? Zu welchen Institutionen pflegen Sie Kontakte?

Die politische Kommunikation erfolgt auf allen Ebenen, vor allem aber zur Europäischen Union in Brüssel. Denn die EU-Sanktionen sollten auch bei und mit der EU diskutiert werden. EU-Kommissar Günther Oettinger hat unsere Delegationen mittelständischer Unternehmen wiederholt empfangen, zuletzt Ende Juni.

Was unterscheidet den DRWU von anderen deutschen Verbänden, die im Russlandgeschäft tätig sind?

Wir fokussieren die wirtschaftlichen Interessen mittelständischer Unternehmen im Geschäft mit Russland und der Eurasischen Wirtschaftsunion. Wir schaffen Foren, in denen Unternehmen ihre Erfahrungen unmittelbar kommunizieren können – wer sollte das besser können als sie selbst? Daher fahren wir zusammen mit Mittelständlern nach Brüssel, nicht nur als Verband.

Warum lohnt es sich, gerade jetzt in Russland zu investieren?

Sinnvoll ist ein Investment in ausgewählten Branchen, etwa dem Agrarbereich. Der Rubelkurs ist niedrig, die Anzeichen stehen auf leichte wirtschaftliche Erholung, wer länger wartet wird mit höheren Preisen rechnen müssen.

Anstatt über die Aufhebung der Russland-Sanktionen zu sprechen, wurde zwischenzeitlich wegen Syrien über eine Verschärfung diskutiert. Was halten Sie vom Russland-Kurs der Bundesregierung und der EU?

„Der kalte Krieg ist 25 Jahre überwunden. Es liegt im natürlichen Interesse Deutschlands, mit der Russischen Föderation partnerschaftliche Beziehungen zu unterhalten. 

Deutschland ist fest verankert im westlichen Bündnis. Der kalte Krieg aber ist 25 Jahre überwunden und es liegt im natürlichen Interesse Deutschlands wie der Europäischen Union mit der Russischen Föderation partnerschaftliche Beziehungen zu unterhalten. Wirtschaftliches Wachstum durch intensive gegenseitige Wirtschaftsbeziehungen insbesondere mittelständischer Unternehmen ist der beste Garant für ein friedliches und prosperierendes Miteinander. Wir möchten dazu beitragen, dass sich die Politik in Brüssel und Berlin dies laufend vor Augen führt.

Warum findet der Deutsch-Russische Mittelstandstag in Hamburg statt?

Hamburg ist auch wegen des Hafens diejenige Stadt in Deutschland mit dem größten Warenumschlag von und nach Russland. Zwischen Hamburg und St. Petersburg besteht die älteste Partnerschaft einer (damals west-)deutschen Stadt mit einer russischen Stadt, 2017 wird das 60. Jubiläum begangen. Zudem hat unser Verband seinen Sitz in Hamburg, da fiel die Wahl nicht schwer.

Warum sind solche Veranstaltungen wie der Deutsch-Russische Mittelstandstag wichtig?

„Der persönliche Austausch bleibt unverzichtbar. 

Bewusst einen Tag einzutauchen in die verschiedenen Facetten des Russlandgeschäfts, Anregungen anderer Branchen aufzunehmen und sein persönliches Netzwerk zu erweitern hat gerade im Online-Zeitalter einen erheblichen Wert. Der persönliche Austausch bleibt unverzichtbar.

Welche Gäste sind auf dem Deutsch-Russischen Mittelstandstag zu erwarten?

Wir erwarten auch dieses Jahr mehrheitlich Entscheider mittelständischer Unternehmen mit Geschäftsverbindungen nach Russland, CEO und Sales Manager deutscher Produzenten, Händler sowie deren Dienstleister. Als Gäste freuen wir uns auf den deutschen Botschafter in Moskau, den russischen Botschafter in Berlin sowie den Gouverneur von Woronesh, Alexej Gordejew.

Wie ist die Stimmung bei Ihren Mitgliedern? Gibt es noch so etwas wie „Optimismus“, was eine Normalisierung der deutsch-russischen Beziehungen angeht?

Die meisten hätten sich einen deutlich anderen Umgang mit dem politischen Dissenz zwischen unseren Ländern gewünscht und halten die Sanktionen für kontraproduktiv.

Wer mit Russland geschäftlich verbunden ist weiß, dass Wirtschaft zyklisch verläuft und sieht die Medienlage in beiden Ländern differenziert. Die meisten hätten sich einen deutlich anderen Umgang mit dem politischen Dissenz zwischen unseren Ländern gewünscht und halten die Sanktionen für kontraproduktiv. Es gibt verschiedene – auch globale – Anzeichen für eine bevorstehende wirtschaftliche Erholung, die Talsohle scheint durchschritten.

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Quelle: zvg

Thorsten Gutmann
Über den Autor

Thorsten Gutmann war von September 2016 bis Dezember 2018 Chefredakteur der unabhängigen Nachrichtenseite Ostexperte.de in Moskau. Derzeit arbeitet er als Nachrichtenchef bei der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK). Bevor er zu Ostexperte.de kam, war er u. a. für die Moskauer Deutsche Zeitung und die Berliner Zeitung tätig. Im Jahr 2017 gründete er die RUSummit – Fachkonferenz zur Digitalwirtschaft in Russland mit dem Ziel, den deutsch-russischen Wirtschaftsdialog zu fördern.